„Längerfristige Vision“ Caravanstellplatz: Bürgermeister nimmt heiß ersehnten Umbau-Förderbescheid entgegen und will mehr

Schulz sieht für Zukunft Reisemobile am Biesebad

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Siegfried Engelhardt (v.r.), Mitarbeiter des ALFF, übergibt den Förderbescheid im Biesebad an Osterburgs Einheitsgemeindebürgermeister Nico Schulz. Jörg Hellmuth, der Vorsitzende des Regionalvereins Altmark, hat das Projekt mit vorangetrieben.

Osterburg. „Ich habe noch eine längerfristige Vision. “ Nico Schulz (CDU), der Bürgermeister der Einheitsgemeinde Osterburg, wünscht sich in der Nachbarschaft des Biesebades Stellplätze für Wohnwagen und Reisemobile. „Wir haben dort ringsum einige Wiesen.

“ Platz für eine solche Anlage wäre also vorhanden. Zudem würde sie nahe der Innenstadt liegen. „Und wenn dann noch die Autobahn kommt. . . “ Die Kommune hofft für die Zukunft auf insgesamt deutlich mehr Touristen, einige von ihnen könnten Zeit in dem landesweit wahrscheinlich letzten echten Naturbad verbringen. Auch deshalb soll das Gelände, das zudem günstig am Altmarkrundkurs der Fahrradfahrer liegt, neu hergerichtet werden. Der lang ersehnte Fördermittelbescheid in Höhe von insgesamt 190 000 Euro für das Großprojekt ist gestern Vormittag übergeben worden. Schulz’ Zukunftsmusik eines Caravanplatzes kann und soll damit nicht finanziert werden.

Das Bauvorhaben umfasst im Wesentlichen zwei Teile. Die Außenanlagen sollen neu gestaltet und aufgewertet werden. Schulz sieht „dringenden Handlungsbedarf“. Das Biesebad habe eine annähernd 100-jährige Geschichte. Auch wenn in den Jahrzehnten zuvor einiges auf dem Areal passiert sei, reichten kleine Ausbesserungen nun nicht mehr aus. Der zweite Schwerpunkt ist ein neues Zweckgebäude. Es soll einfacher ausfallen als sein vor etwa zwei Jahren abgebrannter Vorgänger und allein dem Badebetrieb dienen. Schulz denkt dabei nicht zuletzt an die Kasse, einen Aufenthaltsraum der Rettungsschwimmer und Platz für diverse Technik. Insgesamt stehen für das Großprojekt an der Biese 360 000 Euro zur Verfügung. Ob die Arbeiten noch vor dem Winter starten können, soll möglichst zügig entschieden werden. Die Stadt hat sich vorgenommen, noch vor dem Start in die neue Badesaison mit den Arbeiten fertig zu sein. „Ein ambitioniertes Ziel.“ Der Fördermittelbescheid des Amtes für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) setzt den 30. Juni als Termin, allerdings könnte dieser auch noch nach hinten verlegt werden.

Schulz kann aufatmen. „Am Ende wurde es noch ein harter Kampf. Es schien fast so, dass das Geld nicht für alle Projekte in der Altmark reichen würde. Doch da hat eine ganze Region zusammengehalten.“ Der Regionalverein Altmark mit Alt-Landrat Jörg Hellmuth (CDU) an der Spitze habe die Sache von seiner Seite aus vorangetrieben und somit das Integrierte ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) weiter mit Leben erfüllt. Osterburgs Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose (CDU), Wolfgang Tramp (Linke) und Thorsten Schulz, der für die SPD in kommunalen Gremien sitzt und den Wirtschaftsinteressenring WIR anführt, haben gestern die Übergabe des Förderbescheides verfolgt und betonen, wie wichtig das Projekt sei.

Die Stadt hatte ihr Flussbad in diesem Jahr aus Mangel an einem Pächter selbst betreiben müssen. Für die nächste Saison soll sich das wieder ändern. Jörg Schütze, der Inhaber des Biesecafés, hat bereits vor Monaten Interesse bekundet (die AZ berichtete). Schulz lobt das Engagement der Familie Schütze, die sich nach dem Brand des alten Gebäudes samt Gaststätte nur einen Steinwurf weiter im einstigen Anglerheim eine neue Existenz aufgebaut habe.

4435 Menschen besuchten in dieser Saison das Biesebad. Im Jahr zuvor waren es ungefähr 5000 Gäste. Bürgermeister Schulz hat eine positive Bilanz gezogen. Sigrid Fischer (Linke), die Vorsitzende des Sozialausschusses, hat mit Blick auf die Zahlen zusätzliche Anreize, die wieder zu mehr Gästen führen, eingefordert (die AZ berichtete).

Von Marco Hertzfeld

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