Zaun kostet 12 000 Euro / Großinvestition kein Thema mehr / Gilde-Chef: „Sind realistisch“

Schützen-Schar igelt sich neu ein

+
Den Schützen aufs Dach geschaut: Das Gelände am „Fuchsbau“ soll neu eingezäunt werden. Die Gilde hält ihre Anlage mit viel Eigeninitiative in Schuss. Allerdings ist die Zahl der Mitglieder in den vergangenen Jahren immer stärker zurückgegangen.

Osterburg. „Der neue Zaun muss sein, schon allein der Sicherheit wegen. “ Das Gelände der Osterburger Schützen soll eine frische Einfriedung, vornehmlich aus Maschen- und Stacheldraht, erhalten. Die 420 Meter werden aller Voraussicht nach gut 12.000 Euro kosten.

„Die nötigen Förderanträge für das Projekt sind gestellt“, berichtet Vereinsvorsitzender Ulrich Bauer der AZ. Wann die Arbeiten beginnen können, hänge maßgeblich davon ab, wann Landes- und Kreissportbund sowie die Einheitsgemeinde Osterburg, die allesamt an der Finanzierung beteiligt sind, grünes Licht geben. Der alte Zaun stamme zum Großteil noch aus den 1970er-Jahren.

Die Wunschliste der Schützgilde zu Osterburg von 1707 könnte länger sein. „Doch wir sind realistisch.“ Vor mehr als zehn Jahren durften die Schützen sogar noch von einem Neubau träumen. „Erste vorsichtige Pläne gingen von einer Million Mark aus, die hätten investiert werden müssen.“ Davon ist längst nicht mehr die Rede. Zumal der Verein zusehends an Kraft verloren hat. „Wir haben aktuell 34 Mitglieder, in Spitzenzeiten waren es einmal mehr als 80“, sagt Bauer wehmütig. Großartige Ansprüche ließen sich also nicht mehr formulieren. „Ein neuer Schießstand, ein neues Haus – dies ist alles völlig unrealistisch.“ Die Flinte ins Korn werfen wolle aber deswegen auch niemand.

Zumal es durchaus Bewegung gibt. Die Stadt will dem Verein das Gelände übertragen, sodass dieser keine Pacht mehr zahlen und nur die anfallenden Kosten begleichen müsste. Der Verein hätte so mehr Spielraum. Eine ordentliche Vermessung und der neue Zaun seien auch vor diesem Hintergrund zu sehen, erklärt Stadtratsvorsitzender Matthias Köberle (CDU). Das Gebäude bleibt allerdings im Besitz der Kommune. Wer die Anlage nicht kennt, kann sich am Sonnabend, 4. Oktober, zwischen 10 und 15 Uhr einen Überblick verschaffen. Der Verein lädt zum Tag der offenen Tür ein. Besucher können sich unter Aufsicht mit ausgesuchten Waffen ausprobieren.

Der vergangene Sonnabend gehörte allein den Sportschützen. Das 24. Pokalschießen anlässlich des Tages der Deutschen Einheit stand auf dem Programm. Die Wettkämpfer griffen zur Pistole. Die Schützengilde Seehausen siegte bei den Mannschaften und darf sich über den Wanderpokal freuen. Marc Fengler (Osterburg) gewann bei den Junioren, Petra Bendisch (Seehausen) bei den Damen. In der Schützenklasse holte Olaf Hübert (Seehausen) den Pokal, in der Altersklasse Henry Hohmann (Möringen) und bei den Senioren Peter Merkert (Osterburg). Insgesamt beteiligten sich 14 Schützen aus vier Vereinen am Wettstreit. Köberle überreicht die Auszeichnungen und übermittelt die besten Grüße von Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose und Nico Schulz, dem Bürgermeister der Einheitsgemeinde.

Osterburgs Schützengilde will und muss verstärkt in die Nachwuchsarbeit investieren. Am nötigen Konzept soll gearbeitet werden. Ob Bauer dies federführend tun möchte und bei der Vorstandswahl 2015 noch einmal für das Amt des Vorsitzenden kandidieren wird, scheint er für sich noch nicht abschließend entschieden zu haben. Bauer arbeitet seit 24 Jahre im Vorstand, 14 davon ganz vorn.

Von Marco Hertzfeld

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare