Schröder: „Jeder Hinweis kommt in die Abwägung“

Auf Einladung von Nico Schulz (v.l.) informierten André Schröder und Jörg Przesang über den Stand der A14-Planung im Bereich rund um Röthenberg.Fotomontage: Mittank

Dequede - Von Matthias Mittank. Der Ort Röthenberg wird besonders von der A 14 betroffen sein. Gerade einmal 200 Meter vom Dorf entfernt sollen zukünftig täglich rund 24 000 bis 34 000 Autos vorbeirollen. Zusammen mit CDU-Landtagsabgeordneten Nico Schulz ist es dem Röthenberger Ralf Franke gelungen, Staatssekretär André Schröder und Ministerialrat Jörg Przesang vom Verkehrsministerium sowie den zuständigen Planer Stephan Breinig vom Landesbetrieb Bau für eine Infoveranstaltung im Dequeder Dorfgemeinschaftshaus am Dienstagabend zu gewinnen.

„Die A14 gilt als das wichtigste Straßenbauvorhaben in Sachsen-Anhalt. Gerade in der Altmark gilt es, Räume für die Wirtschaft zu erschließen und Erreichbarkeitsdefizite abzubauen“, erklärte Staatssekretär André Schröder den Röthenbergern sowie den Vertretern der Osterburger Stadtratsfraktionen und Bürgerinitiativen, die am Dienstagabend nach Dequede eingeladen waren. An allen neun Abschnitten der auf rund 97 Kilometer durch Sachsen-Anhalt verlaufenden Trasse werde derzeit die Planung vorangetrieben. Während für den Abschnitt Vielbaum derzeit das Planfeststellungsverfahren laufe, soll dies für die Abschnitte Seehausen und Osterburg im Laufe dieses Jahres geschehen, so Schröder. Sobald das Landesverwaltungsamt das Verfahren einleitet, habe jeder Bürger vier Wochen lang die Möglichkeit, Einwände zu erheben, wie Jörg Przesang informierte.

„Jeder Einspruch oder Hinweis findet in der Abwägung Beachtung. Diese Zusage möchte ich ihnen geben“, betonte André Schröder, der mehrfach darauf hinwies, dass der am Dienstag vorgestellte Planungsstand nur ein Zwischenstand sei. Demnach werde die Trasse bei Röthenberg aus Lärmschutzgründen vier Meter unter Geländeniveau verlaufen, was einen immensen wirtschaftlichen Mehraufwand bedeute, wie Planer Stephan Breinig erklärte. Zudem seien Grüngürtel an der Autobahn sowie an den Ortschaften Röthenberg und Dequede vorgesehen. Diese sollen vor allem als visuelle Abschirmung dienen. Außerdem laufen derzeit für Röthenberg intensive Schallschutzberechungen. Ob es letztlich aktive oder passive Schallschutzmaßnahmen geben werde, stehe noch nicht fest. Ersteres würden Lärmschutzwände bedeuten, die auch von der Bevölkerung gefordert werden, letzteres wären Maßnahmen an den Wohngebäuden, wie etwa Lärmschutzverglasungen.

Eines steht jedoch fest. An der Lage der A 14, die genau zwischen Röthenberg und einem rund 400 Meter westlich liegenden Waldgebiet verlaufen soll, wird nicht mehr gerüttelt. Denn der Wald und das angrenzende Offenland erfüllen eine wichtige Funktion für Fledermäuse und Vögel, so der Planer, der bei der Festlegung der Linie von der „goldenen Mitte“ sprach. Für die Fledermäuse ist zudem eine Querungshilfe in Form einer Brücke geplant, die auch von Spaziergängern und Radfahrern genutzt werden könne.

Einen Flüsterasphalt wird es dagegen nicht geben. Zum einen sei dieser offenporige Asphalt aufgrund der zahlreichen Bauwerke nicht möglich, zum anderen könne die Art des Belags aus Wettbewerbsgründen nicht vor Ausschreibung vorgegeben werden, wie Stephan Breinig erläuterte.

Die Meinung der Röthenberger, dass das Schutzgut Mensch in der A-14-Planung zu kurz komme, hielt sich auch nach dem Infoabend.

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