Stadtgärtner hofft auf Selbstreinigungskraft des Dobbruner Gewässers

Schnittartig mehr Luft für den Stinke-Teich

Arbeiter befreien das Ufer der Dobbruner Teiches dieser Tage von allerhand Gehölz. Das Gewässer soll neu belebt werden. Fische und andere Tiere mögen sich darin zukünftig wohlfühlen. Für die Dorfgemeinschaft könnte ein attraktiver Anlaufpunkt entstehen.

Dobbrun. Der Teich an der Dorfstraße in Dobbrun soll nicht mehr vor sich hin stinken. „Vor allem Anwohner haben sich immer wieder einmal über starke Geruchsbelästigungen beschwert. Wir handeln nun“, erklärt Ulf Garlipp.

Arbeiter holen in dieser Woche totes Holz und andere Dinge mehr aus dem Wasser, kürzen die Weiden am Ufer deutlich ein. Einige Bäume müssen ganz weichen, sie sind krank, andere könnten womöglich bei übermäßigem Wind auf ein bebautes Grundstück nebenan fallen. Das Stendaler Kreisumweltamt habe der Aktion nach einem Vor-Ort-Termin bereits im vergangenen Jahr grünes Licht gegeben, so Osterburgs Stadtgärtner auf Nachfrage der AZ. Bei dem Gewässer handele es sich um einen Feuerlöschteich, der von den örtlichen Brandschützern nicht mehr in dem Maße wie früher gebraucht werde.

Einige Weiden werden „auf den Stock gesetzt“, um sie zukünftig regelmäßig fachgerecht pflegen zu können. Überhaupt treibe im Frühling alles wieder neu aus, nur eben dieses Mal kontrollierter. Die Uferbepflanzung wird in einigen Wochen noch durch Sträucher ergänzt. Ingesamt soll durch die Maßnahme, deren Kosten sich nicht so auf die Schnelle abschätzen ließen, in den nächsten Jahren schlichtweg weniger Laub ins Wasser fallen, auf den Grund sinken und sich dort zersetzen. „Dadurch dürften sich die Gerüche deutlich verringern“, sagt Stadtgärtner Garlipp. Durch die Reduzierung des Baumbestandes gelangt mehr Sonnenlicht in den Teich, Wasserpflanzen können gedeihen und als natürlicher Filter arbeiten. Eine Radikalkur ist erst einmal nicht vorgesehen. „Wir werden ihn vermutlich in absehbarer Zeit nicht im großen Stil ausbaggern lassen. Wenn es doch irgendwann nötig sein sollte, dann kommen wir nun besser an das Wasser heran.“ Ein Graben bildet den sporadischen Zulauf zum Teich im Dorf, Wasser kann gegebenenfalls in die Biese ablaufen.

Von Marco Hertzfeld

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