Oft die schnellsten vor Ort

Einen Notfallrucksack mit einem automatischen externen Defibrillator bekam Wehrleiter Ronny Hertel überreicht. Dabei auch der Fördervereinsvorsitzende Lutz Rosenkranz (l.).

Arneburg - Von Jörg Gerber. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren sind oft die schnellsten vor Ort, wenn Hilfe gebraucht wird. So sieht das auch der DRK-Ortsverein in Arneburg. Um gezielter helfen zu können, sollten die Wehren mit einem Defibrillator ausgerüstet sein, so der Vorsitzende Hartmut Ziehm. Einen Notfallrucksack überreichte er an Wehrleiter Ronny Hertel.

Wenn das Herz still steht, geht es um Leben und Tod. Hilfe muss her, und zwar schnell. Mit Defibrillatoren wird das lebensgefährliche Kammerflimmern des Herzens unterbrochen, das bei etwa 90 Prozent aller Menschen mit plötzlichem Herz-Kreislauf-Stillstand auftritt. Ursache ist oft ein Herzinfarkt. Nur ein gezielt ausgelöster Elektroschock kann den gestörten Herzrhythmus wieder in Takt und das Herz somit zum Schlagen bringen. Wird ein Opfer innerhalb der ersten Minute mit einem Elektroschock behandelt, besteht eine Überlebenschance von über 90 Prozent. Danach sinkt die Wahrscheinlichkeit um etwa zehn Prozent pro Minute. Nach spätestens fünf Minuten treten die ersten irreparablen Hirnschäden ein. Nach acht bis zehn Minuten ohne Reanimation ist der Patient in der Regel tot.

Der Vorsitzende des Ortsverbandes Arneburg vom Deutschen Roten Kreuz, Hartmut Ziehm, kam anlässlich des Osterfeuers zu den Kameraden, um der Feuerwehr einen Notfallrucksack mit einem automatischen externen Defibrillator zu übergeben. Dieses Gerät hilft bei Herz- und Kreislaufstörungen eine Wiederbelebung effektiv und erfolgreich umzusetzen. Dies ist nicht nur jetzt schon bei den zahlreichen Verkehrsunfällen sinnvoll, sondern soll in Zukunft auch für eine First-Responder-Gruppe dienen. Das heißt, dass einige Feuerwehrmitglieder speziell in der Ersten Hilfe ausgebildet werden und dann parallel zum Rettungsdienst alarmiert werden können. So ist dann die Versorgung des Patienten zwischen Alarmierung und Eintreffen des Rettungsdienstes gesichert. Gerade bei Herzschädigungen und Kreislaufproblemen zählt jede Minute und ein schnellstmögliches Handeln ist äußerst nötig.

Ziehm nutzte seinen Besuch auch gleich, um den Inhalt des Rucksacks vorzustellen. Die Handhabung ist dabei relativ einfach, da vom Gerät selbst die erforderlichen Anweisungen kommen. Dennoch wird der DRK-Ortsverein sich um Schulungen kümmern. Eine erste Vorführung bei den Kameraden ist für Sonnabend, 24. April, vorgesehen.

Nach der Übergabe des Gerätes wurde das Osterfeuer entfacht. Es gab Spiele für die Kinder und auch das beliebte Stockbrot. Deftiges vom Grill und die passenden Getränke bekamen die etwas älteren Gäste.

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