Sekundarschule nach wie vor ohne Leiter / Vize-Direktor scheidet im Sommer aus

„Schnelles Handeln geboten“

Osterburg. Die Führungsfrage bleibt auch mit dem Start ins neue Jahr ungeklärt. Osterburgs Sekundarschule „Karl Marx“ steht nach wie vor ohne Leiter da. Volker Bütow ist zum 12. Januar 2017 aus dem Schuldienst ausgeschieden.

Thomas Richter, stellvertretender Schulleiter in Osterburg, bei einer Zeugnisübergabe.

Der stellvertretende Schulleiter, Thomas Richter, hatte ihn auch zuvor immer wieder einmal vertreten. Die Fragezeichen werden nicht weniger, im Gegenteil. Der Vize-Direktor wird mit Beginn des Schuljahres 2018/19 ebenfalls aus dem Dienst ausscheiden. „Noch ist keine Dramatik gegeben“, findet Silke Stadör, Sprecherin des Landesschulamtes in Halle. „Dennoch ist schnelles Handeln geboten. Dieser Sachlage sind wir uns sehr bewusst und streben deshalb so schnell wie möglich eine tragfähige Lösung an. “ Die Stelle des stellvertretenden Schulleiters werde wahrscheinlich noch im Januar öffentlich ausgeschrieben.

Doch so einfach dürfte die Sache nicht werden, auch an die Spitze scheint es nicht viele zu ziehen. Zwei Ausschreibungen für den Posten des Direktors liefen ins Leere. „Das Verfahren der Nachbesetzung wurde umgehend eingeleitet“, betont Stadör. Allerdings: Auf die erste Ausschreibung am 20. Januar vergangenen Jahres meldeten sich zwei Bewerber und zogen auch wieder zurück. Beim zweiten Anlauf im Juli gab es einen Bewerber, der nicht im Schuldienst ist und aus dem Verfahren ausgeschlossen wurde. Ein weiterer Interessent machte von sich aus einen Rückzieher. Die dritte Ausschreibung erfolgte am 20. Dezember, Bewerbungsschluss ist der 17. Januar. Weil das Verfahren noch läuft, kann Stadör nicht sagen, wie viele Bewerber es gibt und wie die Aussichten für eine Wiederbesetzung der Leitungsposition sind.

Vor 30, 40 Jahren sollen Interessenten für eine Rektorenstelle noch Schlange gestanden haben. Die Zeiten sind vorbei, ein in Deutschland weitverbreitetes Phänomen. Schlechte Bezahlung und unzureichende Rahmenbedingungen seien die Hauptgründe, heißt es regelmäßig von Gewerkschaftsseite. Allein in Sachsen-Anhalt sollen mehrere Dutzend Posten frei sein. Mit aktuellen Zahlen kann das Schulamt auf die Schnelle nicht dienen. Nur so viel: „Tendenziell ist die Zahl der unbesetzten Schulleiterstellen an Grundschulen am höchsten.“

Eine vakante Stelle sollte möglichst zügig besetzt werden. „Dabei sind wir jedoch auf Bewerbungen angewiesen und müssen darauf achten, dass für die sehr verantwortungsvolle Tätigkeit die notwendigen Qualifikationen vorliegen.“ Referenten des Amtes werben Stadör zufolge aktiv in den Schulen, bereiten geeignete Lehrer auf Führungsaufgaben vor und ermutigen zur Bewerbung. Seit 2013 existiert die Führungskräfteakademie, die nicht zuletzt den Austausch zwischen gestandenen und neuen Schulleitern ermöglichen und Impulse für modernes Führungsverhalten geben soll.

Die Ende der 1970er-Jahre eröffnete Schule ist zwischen 2011 und 2013 für gut vier Millionen Euro umfassend saniert worden. Vom mausgrauen DDR-Charme ist nichts mehr zu sehen, eine Vorzeigeschule. Die Einrichtung mit derzeit etwa 240 Schülern wollte sich vor drei, vier Jahren zur Gemeinschaftsschule wandeln (längeres gemeinsames Lernen, alle Abschlüsse möglich). Elternschaft und Förderverein unterstützten das Vorhaben. Eine Mehrheit im Kreistag stellte sich dagegen. Inzwischen hat sich der politische Wind in der Landeshauptstadt Magdeburg für diese Schulform gedreht.

Von Marco Hertzfeld

Rubriklistenbild: © Hertzfeld

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