Grünes Licht für Blitzersäulen in Erxleben frühestens im Herbst / Kreishaushalt liegt weiter auf Eis

Im Schneckentempo zur Radarfalle

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Tempo 50 ist erlaubt. Momentan steht eine bloße Geschwindigkeitsanzeige an zwei Ortseingängen. Nach der Zahl erscheint entweder ein Lächeln oder ein trauriges Gesicht. Noch in diesem Jahr könnten an der B 189 stationäre Blitzer aufgebaut werden und Temposünder ins Visier nehmen.

Erxleben. Mit der Gelben Karte für den Kreishaushalt hat das Land auch die Tempofalle für Erxleben erst einmal ausgebremst. Gestrichen werden soll das Vorhaben aber offenbar nicht, zumindest steht es auch im überarbeiteten Entwurf des Zahlenwerkes.

10 000 Euro sollen die beiden dauerhaft installierten Blitzer des Landkreises an der B 189 kosten. Ist der Etat endlich beschlossen, müssten Ausschüsse und Kreistag der Aufstellung noch grünes Licht geben, so Angela Vogel, Sprecherin des Landratsamtes in Stendal, auf Anfrage der AZ. Mit einer endgültigen Entscheidung sei nicht vor dem Herbst zu rechnen. Ergo: Blitzschnell passiert in dieser Sache wohl auch weiterhin nichts.

Die Erxlebener haben ihre Hausaufgaben längst gemacht. In den vergangenen Jahren ist immer wieder einmal von Lärm, Dreck und gefährlichem Rasen in der Osterburger Ortschaft die Rede gewesen. Eine sogenannte „Blackbox“ der Polizei hat in einer Woche im September des alten Jahres 53 720 Fahrzeuge registriert (die AZ berichtete). Der Verkehr wurde in beide Richtungen gemessen. Im Durchschnitt passieren binnen 24 Stunden 8500 Fahrzeuge den Ort. Die Auswertung liegt dem Antrag bei. Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Ahrend und der Ortschaftsrat hoffen auf Zustimmung. Die Unterstützung des Osterburger Stadtrates haben sie bereits. Die Signale aus Stendal scheinen durchaus positiv.

Der Landkreis hat noch keinerlei Erfahrung mit stationären Blitzern, die Stadt Stendal schon. Kommunen mit mehr als 20 000 Einwohnern können eigene Wege gehen und müssen nicht wie die Einheitsgemeinde Osterburg und ihre Ortschaft Erxleben auf den Landkreis warten.

Durch einen speziellen Dienstleistungsvertrag musste die Hansestadt Stendal in Buchholz einmalig einen mittleren vierstelligen Euro-Betrag investieren, damit die beidseitige Anlage in Betrieb gehen konnte. Zudem sind monatlich 126 Euro für den Strom fällig. Der mit dem Vertrag verpflichtete Partner wird an jedem auswertbaren Bild eines Temposünders pauschal beteiligt. Dieses Finanzierungsmodell könnte es laut Vogel auch für Erxleben geben.

Erxleben und Buchholz sind annähernd 30 Kilometer voneinander entfernt, durch beide Orte führt die viel befahrene B 189. Die Erxlebener Anlage würde der in Buchholz optisch ähneln. Kreissprecherin Vogel: „Die Standorte müssen genau berechnet und eingemessen werden. Ziel ist es, jeweils die Ortseingänge zu überwachen.“ In der Stendaler Ortschaft arbeitet die Tempofalle seit April 2014. Allein bis November vergangenen Jahres waren 9420 Verfahren eingeleitet. Das können sowohl Verwarnungen für geringfügige Verstöße als auch Bußgeldverfahren sein. Circa 147 000 Euro wurden bis zu diesem Zeitpunkt eingenommen. Die Zahl der Temposünder nehme erfreulicherweise ab. Deshalb rechnet die Stadt Stendal seitdem mit monatlich gut 20 000 Euro an Einnahmen.

Von Marco Hertzfeld

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