Im Essenskampf für eine gymnasiale Mensa ab 2015 schluckt Schulleiterin die Übergangslösung

Da schmeckt´s selbst im Container

Osterburgs Schulleiterin Elke Hein (l.) aus Schönberg zeigt Schulausschuss-Vorsitzender Edith Braun, wie sich eine Mensa in den gymnasialen Standort einfügen würde. Braun hat die Situation im alten Essensraum der Bildungsstätte als prekär eingestuft und Abhilfe versprochen. Auch Stendals Vize-Landrat Dr. Denis Gruber (SPD) scheinen die Biesestädter für sich gewonnen zu haben.
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Osterburgs Schulleiterin Elke Hein (l.) aus Schönberg zeigt Schulausschuss-Vorsitzender Edith Braun, wie sich eine Mensa in den gymnasialen Standort einfügen würde. Braun hat die Situation im alten Essensraum der Bildungsstätte als prekär eingestuft und Abhilfe versprochen. Auch Stendals Vize-Landrat Dr. Denis Gruber (SPD) scheinen die Biesestädter für sich gewonnen zu haben.

Osterburg. „Damit können wir für den Übergang leben, nicht mehr und nicht weniger. “ Auf dem Gelände des Markgraf-Albrecht-Gymnasiums (MAG) werden zum Schuljahresbeginn 2014/15 Anfang September Container aufgestellt.

In dem Komplex sollen jeweils 120 Mädchen und Jungen in zwei Durchgängen ihre Mahlzeiten einnehmen. Leiterin Elke Hein begrüßt diese Zwischenlösung, hätten doch nun offenbar alle eingesehen, dass die Zustände im alten, engen Essensraum des Haupthauses einfach unzumutbar seien. Erklärtes Ziel der Pädagogin bleibt eine Mensa auf dem Schulareal. Dass sich der Kreis-Schulausschuss kürzlich nicht gegen die Neubaupläne ausgesprochen habe, wertet die Schönbergerin als gutes Zeichen. Der Landkreis Stendal, Träger der Bildungsstätte in Osterburg, habe die Notwendigkeit eines solchen Projektes erkannt. „Auch wenn die Mensa in diesem Jahr definitiv nicht errichtet wird“, sondern bestenfalls 2015. Die MAG-Chefin rechnet mit Baukosten in Höhe von mindestens 350 000 Euro. Erste Pläne liegen längst vor, Schüler- und Elternvertretung stehen hinter dem Vorhaben.

Mit dem Ende des alten Essensraums eröffnen sich im Gebäude neue Möglichkeiten. „Es wird sich gerade auf dieser Etage einiges verändern. Einige Räume werden vergrößert, andere fallen weg. Der Raumschnitt ändert sich“, erklärt Hein der AZ. Die Bauarbeiten sollen möglichst mit dem Beginn der Sommerferien starten. Die Bedingungen für Schüler und Lehrer mögen sich noch einmal spürbar verbessern.

Die Schulleiterin hat den Schulausschuss des Kreistages für Mitte September in die Biesestadt eingeladen. Den Fachpolitikern lässt sich dann wahrscheinlich nicht mehr viel vom alten Essensraum zeigen. Und die Umbauarbeiten auf der gesamten Ebene werden auf Hochtouren laufen, sicherlich. „Doch wir wollen einfach in Erinnerung bleiben und in unserem Engagement nicht nachlassen“, betont Hein und gerät mit Blick auf eine mögliche Mensa weiter ins Schwärmen. Könnten in diesem Funktionalbau doch auch Veranstaltungen wie die Akademikerabende stattfinden. Dass auf dem Schulgelände kein Platz für ein zusätzliches Gebäude sei, wie einige Kritiker meinen könnten, glaubt die Leiterin nicht. „Es passt gut zu unserer modernen Sporthalle. Und: Das Gesamtbild aus alten und neuen Objekten würde deutlich ausgeglichener sein.“

Der Vorschlag von Osterburgs Bürgermeister Nico Schulz (CDU), die einen Steinwurf vom Schulgelände entfernte städtische Musikmarkthalle für die Essenversorgung der Schüler mit Fördergeld auszubauen, ist für Hein nach wie vor keine echte Alternative. „Die Idee eines Campus, eines großen Gebietes, hat sicherlich ihren Reiz, doch unsere Schüler müssten für ihr Essen erst über die Straße gehen. Und wer garantiert uns, dass sich da nicht auch Leute aufhalten, die sich nicht dort aufhalten dürfen. Die Mensa passt hier einfach besser hin.“ Schon jetzt müssten Mädchen und Jungen zwischen dem Hauptstandort und dem Nebengebäude an der Burgstraße pendeln. Noch mehr Wege sollten es ohne Not nicht werden.

Von Marco Hertzfeld

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