Historische Anlage nach Unmut von Spaziergängern aufgeräumt / Ortschefin: Gutsreste bewahren

Schloss-Eiskeller von Dornen befreit

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Die imposanten Mauern des Eiskellers gehören zur Schloss- und Gutsanlage, die nach dem Krieg verloren hatte.

Walsleben. Die Reste des historischen Eiskellers in Walsleben sind wieder hergerichtet. Gemeindearbeiter und Mitarbeiter der Beetzendorfer Umwelt- und Landschaftssanierung Altmark (ULS) haben Wildwuchs entfernt und die Umzäunung erneuert.

„Das Schloss lässt sich nicht mehr zurückholen. Die Überbleibsel sollten wir aber bewahren helfen, es handelt sich um ein kleines wertvolles Stück Heimatgeschichte“, meint Bürgermeisterin Christine Klooß. Spaziergänger hatten sich in der AZ über den Zustand des Objektes beschwert. Laub hatte sich in dicken Schichten angesammelt, Dornenpflanzen wucherten.

Inwieweit die Osterburger Ortschaft tatsächlich mit einem doch eher unscheinbaren Objekt touristisch punkten kann, bleibe allerdings abzuwarten. Die Ziegel und großen Feldsteine gehörten zu einem Eiskeller, der nach 1945 zu einem Teil abgetragen wurde. Von vielen anderen Gebäuden der Schloss- und Gutsanlage ist überhaupt nichts mehr übrig geblieben. „Das Material wurde zum Bau von Neusiedlerhäusern verwendet. Das alles hätte so nicht passieren dürfen, zumal das Schloss unter Denkmalschutz gestanden haben dürfte“, so Klooß. Eine kleine Informationstafel vor den Eiskellerresten weist auf die damaligen Ereignisse hin.

Die Mauern sind bis zu 1,60 Meter dick. Die mächtigen Wände und die Größe lassen Rückschlüsse auf eine Zeit zu, in der es noch keine Kühlschränke gab. 1997 wurden die Reste des Eiskellers freigelegt. Die Einheitsgemeinde Osterburg will mehr Touristen in ihre einzelnen Ortschaften locken. Ein Hinweis auf die Überreste des Eiskellers findet sich auch auf der großen Informationstafel direkt vor der Kirche in Walsleben. Immer wieder einmal schauen sich Gäste des Dorfes auch den alten Eiskeller des Schlosses an.

Wie viel Moos, Laub und Gestrüpp ein derartiges Relikt vergangener Zeit verträgt, sei womöglich auch Ansichtssache. „In unserem Fall war es jedoch Zeit, aufzuräumen“, sagt Klooß gegenüber der AZ. Die Bürgermeisterin stammt von der Insel Rügen. „Mein Vater war Pastor und Rügenforscher. Ich habe als Kind viele Hünengräber gesehen. Meine Begeisterung für alte Steine, Geschichte und Geschichten stammt noch aus dieser Zeit. Erinnerung ist wichtig.“

Von Marco Hertzfeld

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