Flüsse und Seen sind unterversorgt / Gegenmaßnahmen kaum möglich / Kritische Situation für Fische

Sauerstoffmangel in Gewässern

Noch ist in den Gewässern in und um Osterburg kein hitzebedingtes Fischsterben zu beobachten, wie hier vor vier Jahren im Aland in der Hansestadt Seehausen, als Niedrigwasser zu einem vereinzelten Fischsterben führte. 

Osterburg. Nicht nur Menschen und Säugetiere haben derzeit mit der Hitze zu kämpfen. Auch für Fische ist die Hitze ein Problem und kann unter Umständen lebensgefährlich werden.

Der Grund ist, dass mit zunehmender Temperatur der Sauerstoffgehalt im Wasser sinkt und die Zahl der Algen stark anwächst, sodass es dazu führen kann, dass Fische ersticken.

In der Biese ist die Lage für die Fische bislang noch nicht dramatisch, aber kritisch. 

„Noch droht in unseren Gewässern kein Fischsterben, aber die Lage ist angespannt“, sagt Eckhard Pefestorff, Vorsitzender des Anglervereins Osterburg. Sowohl die fließenden Gewässer wie die Biese, Uchte und die Elbe, als auch in den Baggerseen in Osterburg und Umgebung sei noch kein hitzebedingtes Fischsterben zu beobachten. „Der Sauerstoffgehalt in den Gewässern lässt jedoch zu wünschen übrig, und auch das Niedrigwasser ist natürlich ein Problem“, führt Pefestorff aus.

Das Einzige, was die Lage verbessern würde, wäre ein leichter Landregen. Starkregen dagegen könnte dazu führen, dass sich die Sauerstoffarmut noch verschärft. Der Grund liegt darin, dass immer dann, wenn Wasser zugeführt wird, eine sogenannte Sauerstoffzehrung einsetzt, womit die Atmungs- und Abbauprozesse von Organismen bezeichnet wird. Die einzige präventive Aufgabe, die von allen Anglervereinen übernommen wird, ist, dass sie in den ihnen anvertrauten Gewässern schauen, ob es ein Fischsterben gibt. „Falls wir so etwas entdecken sollten, würden wir die toten Fische aus dem Gewässer entfernen, um das Ausbrechen von Seuchen und andere Krankheiten unter den Fischen zu verhindern“, erklärt Eckhard Pefestorff.

Die Mittel, die das zuständige Umweltamt des Landkreises Stendal hat, um im Notfall einzugreifen, sind ebenfalls begrenzt. „Bei möglichen Gegenmaßnahmen stellt sich oft die Frage der Verhältnismäßigkeit“, sagt Stefan Feder, Sachgebietsleiter für Wasserwirtschaft und Naturschutz im Landkreis Stendal gegenüber der AZ. Als Beispiel nannte er den Flachspfuhl in Erxleben. „Bei Gewässern dieser Größe könnte man im Fall der Fälle etwas tun, aber dies wäre mit einem erheblichen Aufwand verbunden.“ Sauerstoff in ein Gewässer einzuleiten, sei zwar möglich, „aber da reichen nicht ein, zwei Pumpen, das müsste schon in einem größeren Umfang passieren, damit das etwas bringt“, erklärt Stefan Feder.

Trinkwasser in einen See einzuleiten, komme für ihn nicht in Frage, sodass bei der Wasserzufuhr als einzige Möglichkeit bliebe, Wasser aus Flüssen in Seen zu leiten. „Doch diese Möglichkeit haben wir aktuell nicht, da sämtliche Flüsse derzeit Niedrigwasser haben.“ Für wirkliche Entspannung kann also nur das Wetter sorgen.

Von Tobias Henke

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