„Das ist hier das Zentrum“

Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses in Dobbrun lässt auf sich warten

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Ein besonderes Ärgernis sind die dringend sanierungsbedürftigen Fenster des kombinierten Gerätehauses und Dorfgemeinschaftshauses in Dobbrun.

Dobbrun – Das teilweise marode Dorfgemeinschaftshaus in Dobbrun ist vielen schon länger ein Dorn im Auge. Die Stadt Osterburg hat bereits Maßnahmen für eine Sanierung in die Wege geleitet. Doch der bislang angedachte Weg ist verpufft, weil das Land einen Förderantrag abgelehnt hat.

Die Stadt ist mit der Begründung nicht einverstanden und sucht nun nach einer Lösung.

„Das ist hier das Zentrum des Dorfes. Nur hier können sich größere Gruppen treffen“, erzählt der Dobbruner Thomas Pasing, der Mitglied der örtlichen freiwilligen Feuerwehr ist. Er bedauert, dass sich in den vergangenen Jahren nichts in Sachen Sanierung getan hat. Die Dringlichkeit ist offensichtlich, es gibt feuchte Stellen an der Decke, sehr alte Fenster, das Gebäude ist insgesamt in keinem guten Zustand.

„Es ist auch schon mal eine Lampe von der Decke gekommen“, verdeutlicht Pasing, dass in puncto Sanierung Handlungsbedarf besteht. Neben der wenig einladenden Umgebung bringt die Kombination aus Dorfgemeinschaftsund Feuerwehrgerätehaus auch generelle finanzielle Belastungen mit sich. „Wir als Feuerwehr dürfen das Haus nutzen, aber alle anderen Vereine oder Organisationen, die sich hier treffen, müssen Miete zahlen. Wir sind froh, dass es dennoch weiter genutzt wird“, führt Pasing aus.

Eine durch die Stadt beantragte Förderung wurde mit der Begründung abgelehnt, dass es sich vorwiegend um den Umbau eines Gerätehauses handele und deshalb nicht gefördert werden könne. Diese Haltung stößt bei der Stadt auf Unverständnis „Wir sehen das anders“, machte Bürgermeister Nico Schulz beim Neujahrsempfang der Hansestadt deutlich, dass er von dem ablehnenden Bescheid enttäuscht ist.

Er wünsche sich eine praxisnahe Lösung, so der erste Bürger der Stadt beim Neujahrsempfang. Zudem vertrete er die Auffassung, dass Steuern gespart werden können, wenn man wie beispielsweise in Dobbrun auf kombinierte Dorfgemeinschafts- und Gerätehäuser setzen würde. „Alles andere wäre doch Verschendung.“

Wie die AZ von Dobbruns Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose in Erfahrung bringen konnte, wird derzeit an einem Plan B gearbeitet. „Das Thema Dorfgemeinschaftshaus werden wir in der nächsten Ortschaftsratssitzung thematisieren.

Wir stehen deshalb auch mit dem Bauamt und dessen Leiter Matthias Köberle in regelmäßigem Kontakt. Gose lässt durchblicken, dass dort geprüft werde, ob es noch andere Fördertöpfe gibt, über die man an Gelder für die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses kommen kann.

Die derzeitigen Missstände sind unübersehbar. Alle Beteiligten wünschen sich eine schnelle Lösung, die nun schon seit fast zehn Jahren auf sich warten lässt. Die Stadt ist bei der Lösung des Problems allerdings auf öffentliche Gelder angewiesen, die bislang fehlen. Ob eine Lösung gefunden wird, steht nach dem abgeschmetterten Förderantrag weiter in den Sternen und der Handlungsbedarf in Dobbrun bleibt akut.

VON TOBIAS HENKE

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