Hässliche Flecken: Ortschef sieht für Wasserspiel schwarz

Salzsäure noch tabu

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Erste Flecken kurz nach dem Start.

Osterburg. Mit dem hässlichen Grauschleier auf dem nicht einmal drei Jahre alten Wasserspiel müssen Osterburger und ihre Gäste wahrscheinlich leben. Davon geht zumindest derzeit Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose aus.

Mit Hochdruck am Werk im Oktober 2017. 

„Wir haben alles versucht, einen Hochdruckreiniger einsetzen lassen, Proben genommen und etliche Experten befragt. “ Eine vielleicht letzte Hoffnung bleibe: Die Rostocker Firma, welche die Technik installiert hat und wartet, könnte schon anderswo ähnliche Verfärbungen auf den Steinen gesehen haben und einer Erklärung für die Misere haben. Viel Hoffnung hat der Christdemokrat allerdings nicht. Bauamtsleiter Matthias Köberle hat sich bislang gegenüber der AZ zum Stand der Dinge nicht geäußert.

„Mit gängigen und auch einfachen professionellen Methoden ist dem Problem nicht beizukommen“, glaubt Gose. Jeder Stein habe ja eine gewisse Porosität und das verwendete Material sei offenbar so ungünstig in der Struktur, dass es Schmutzpartikel wie ein Schwamm aufsauge. „So hat es uns ein Natursteinhändler erklärt, aber auch nicht mit letzter Gewissheit.“ Hoher Druck, kaltes und heißes Wasser, das Fegen und Schrubben – nichts habe geholfen. Zur chemischen Keule wollen Politik und Verwaltung nicht greifen lassen. Da hätte die Stadt schon beim kulturhistorisch und auch zunehmend touristisch so wichtigen Neptunbrunnen vor Osterburgs Nicolaikirche ziemlich schlechte Erfahrungen machen müssen.

„Man könnte vermutlich Salzsäure in einer bestimmten Konzentration einsetzen. Doch ob das wirklich und vor allem dauerhaft helfen würde, darf ernsthaft bezweifelt werden. Wird damit sogar alles verschlimmert, zieht auch die mögliche Gewährleistung der damaligen Baufirma nicht mehr.“ Die Steine in dem Bereich komplett auszutauschen, egal auf wessen Kosten, sei momentan kein Thema. „Dadurch würde auch das ganze Umfeld in Bewegung geraten.“ Der August-Hilliges-Platz ist 2015 für 270 000 Euro saniert worden. Wie viel davon auf das Wasserspiel entfallen, kann der Ortschef auf die Schnelle nicht mehr sagen. Ein fünftstelliger Betrag dürfte es aber schon sein. Trotz allem sollte das Wasserspiel im Mai wieder in die Saison starten können. Gose: „Ich weiß nichts anderes.“

Von Marco Hertzfeld

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