Wehr hofft auf Hilfe von Landespolitik

Rossauer Gerätehaus mangelhaft. „Wir sitzen mit einem Bein im Knast“

Fünf Männer auf dem Areal des künftigen Rossauer Feuerwehrgerätehauses.
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Ortsbürgermeister Bernd Drong (v.l.), Stadtwehrleiter Sven Engel, CDU-Landtagsmitglied Chris Schulenburg, Rossaus Wehrleiter Enrico Brun und Bürgermeister Nico Schulz auf dem Areal des künftigen Gerätehauses.
  • Thomas Westermann
    VonThomas Westermann
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Eine lange Geschichte wird die Umsetzung des Neubaus des Feuerwehrgerätehauses in Rossau. Die Kameraden um Wehrleiter Enrico Brun verlieren die Geduld und wollen sich Unterstützung von CDU-Landtagsmitglied Chris Schulenburg einholen.

Nun gab es ein Gespräch vor Ort, an dem Wehrleiter Enrico Brun, Ortsbürgermeister Bernd Drong, sein Stellvertreter Matthias Alph, der auch Führungskraft in der Feuerwehr ist, Osterburgs Einheitsgemeindebürgermeister Nico Schulz, Kämmerer Detlef Kränzel und Chris Schulenburg teilnahmen. Fakt ist, dass die Wehr sehr rege ist. So können die Rossauer auf 24 aktive Kameraden bauen, haben eine intakte Kinder- und Jugendfeuerwehr und zehn Brandschützer in der Alters- und Ehrenabteilung. Doch die sanitären Zustände im alten Gerätehaus seien unhaltbar. Es gebe keine Waschbecken und keine Toiletten, kritisiert Brun. „In Corona-Zeiten können wir uns nicht mal die Hände waschen. Wir sitzen mit einem Bein im Knast“, fügt der Wehrchef hinzu. Letzteres wollte Stadtwehrleiter Engel so nicht hinnehmen. „Es gibt in der Einheitsgemeinde Gerätehäuser mit schlechteren Bedingungen, doch zufriedenstellend ist das Depot in Rossau nicht.“

Bürgermeister Schulz machte deutlich, dass die finanzielle Situation der Einheitsgemeinde für den Aufschub des Gerätehausneubaus verantwortlich sei. Finanzielle Einnahmen sprudelten nicht so wie erwartet. „Es ist eine echt verzwackte Situation.“ Zwei Varianten gibt es für den Neubau an einem anderen Standort – eine großzügige Bauweise für 800 000 Euro und eine abgespeckte für 630 000 Euro. Beide sind vorläufig nicht in Sichtweite. Doch Landtagsmitglied Schulenburg macht etwas Hoffnung auf eine neue Förderrichtlinie, die mit der neuen Regierung Ende des Jahres kommen könnte. Wie die aussieht, könne noch nicht gesagt werden. Schulenburg ist jedenfalls mit den zuständigen Ministerien gut vernetzt. Nicht zuletzt deshalb, weil der 41-jährige Sandauer innerhalb der CDU-Fraktion Vorsitzender der Arbeitsgruppe Inneres und Sport sowie innenpolitischer Sprecher der Christdemokraten im sachen-anhaltinischen Landtag ist. „Wenn es einen aktuellen Zwischenstand gibt, will ich diesen gern beisteuern“, kündigte er bei dem Vor-Ort-Treffen in Rossau an.

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