Zweites Bauprojekt in künftiger Hochzeitskirche lässt auf sich warten

Rosa Perle in Orpensdorf fehlt der letzte Schliff

Die rosa Kirche in Orpensdorf frisch saniert. Ein beliebtes Fotomotiv ist sie auch schon davor gewesen.
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Die rosa Kirche in Orpensdorf frisch saniert. Ein beliebtes Fotomotiv ist sie auch schon davor gewesen.

Orpensdorf – Das Kleid, das Äußere, sitzt schon ziemlich gut. Doch so eine Kirche, zumal eine künftige Hochzeitskirche, hat auch innere Werte. Und auf die soll es schließlich auch ankommen.

Während die Arbeiten außen abgeschlossen sind, haben Handwerker im Inneren des rosa Sakralbaus in Orpensdorf noch einiges auf dem Zettel.

Doch das Nachfolgeprojekt braucht offenbar tatsächlich Zeit. Norbert Lazay, Pfarrer und federführender Initiator, geht weiterhin von gut zwei Jahren aus, mindestens zwei Jahren. „Der Antrag muss sitzen, das Vorhaben es auf die Prioritätenliste schaffen. Es geht um Einschätzungen und Genehmigungen.“

Dass es das auffällige Bauwerk im Gladigauer Ortsteil bereits einmal über die Hürde geschafft hat, wenn auch langwierig und nach einigem Hin und Her, könnte ein Vorteil sein, muss es aber nicht. Auch diesmal wollen Lazay und Mitstreiter von Leader, einem europäischen Förderprogramm, profitieren. Inwieweit schon vor der endgültigen Sanierung das Konzept einer Hochzeitskirche aufgehen soll und kann, muss sich zeigen. Künftig sollen in der rosa Rokoko-Perle auch standesamtliche Hochzeiten stattfinden und nicht nur kirchliche. Dafür soll die Werbetrommel überregional rechtzeitig gerührt werden.

Handwerker, ja Restauratoren, dürften sich in absehbarer Zeit vornehmlich den Malereien widmen. „Sie müssen instand gesetzt werden.“ Es geht demnach um Wände und Decken. Das Gerüst draußen ist erst vor einigen Wochen abgebaut worden. Erneuert wurden nicht zuletzt das Dach des Kirchsaals, die Fassade und der Sockelbereich. Seit Längerem war die unverwechselbare Kirche von größeren Wasserschäden gezeichnet. Ein Betrag im unteren sechsstelligen Bereich stand zur Verfügung, darunter unter anderem auch Geld von Lotto-Toto. Wie groß der Bedarf nun noch ist, kann Lazay noch nicht ganz sagen.

Makellos, wenn es das denn geben kann und soll, ist die Kirche auch von außen noch nicht. Das Gesims des Turmes hat gelitten, auf einer Seite sind viele blanke Ziegelsteine zu sehen. Wie diese Arbeiten dort einzuordnen und zu finanzieren sind, darüber scheint sich Lazay noch nicht abschließend Gedanken gemacht zu haben. Ein Hingucker ist das Objekt dennoch. Das eher zierlich wirkende Gotteshaus, Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet, fällt allein schon wegen der Farbgebung aus dem Rahmen. Eine rosa Kirche wie im Gladigauer Ortsteil gibt es vermutlich weit und breit kein zweites Mal.

Lazay kennt viele Jahreszahlen und allerhand Beschreibungen. Nach dem Tod von Gutsbesitzer Gustav Falck 1743 heiratete Witwe Anna Katharina Kraatz den bekannten Berliner Baubeamten Friedrich Wilhelm Diterichs. Die Orpensdorfer Kirche, deren Tür sich in jüngerer Vergangenheit für christliche Paare immer weniger zu öffnen brauchte, ähnelt in vielem der Schlosskirche Buch in Berlin, die ebenfalls nach Entwürfen des gebürtigen Uelzeners entstand, sie ist allerdings etwas schlichter gehalten. Und wer es nicht weiß: Diterichs hat auch maßgeblich am Bau des Schlosses Sanssouci in Potsdam mitgewirkt.

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