Naturwächter findet immer mehr Spuren im Osterburger Raum

Reviere werden knapp: Biber erobert die Biese

Der Biber nagt Rinde vom Holz, baut Burgen und Dämme, staut das Wasser. Er gilt als Indikator für eine intakte Umwelt. Dennoch kann seine Lebensweise auch für Unmut sorgen, Konfliktmanagement kann helfen. Bundesweit soll es wieder fast 30 000 Exemplare geben.

Osterburg. Der Biber entdeckt die Biese und umliegende Gräben für sich. Peter Müller, Mitarbeiter der Naturwacht im Biosphärenreservat Mittelelbe, rechnet mit einer weiteren Ausbreitung des großen Nagetiers. „Ich habe erst kürzlich frischen Schnitt bei Dobbrun entdeckt.“

Und zumindest ältere Erdbaue gebe es nahe der Stelle, an der die Uchte zur Biese wird. Auf diese Punkte ziehen sich die Tiere vor allem bei Hochwasser zurück. Wie viele Biber in der Gegend und damit auch außerhalb des Reservats zu Hause sind, lasse sich derzeit nur schwer abschätzen. Aber eines sei schon jetzt unübersehbar: „Auch im Raum Osterburg ist die Ansiedlung im Gang“.

Der Biber war ursprünglich in ganz Europa heimisch, ist dann aber durch Bejagung in weiten Teilen des Kontinents ausgerottet worden. Das Fell ist verlockend dicht, und das Fleisch schmeckt auch dem Menschen. Durch konsequenten Schutz und Auswilderungen im 20. Jahrhundert haben sich die Bestände des Bibers in den vergangenen Jahrzehnten erholt. „Der Biber ist inzwischen wieder flächendeckend in den elbnahen Gebieten vorhanden“, weiß Naturranger Müller im Gespräch mit der AZ. Durch die wachsende Zahl entsteht ein gewisser Druck, die Reviere werden knapp, nicht zuletzt Jungtiere müssen in Gebiete ausweichen, die nicht ganz so ideal für sie sind. [...]

Von Marco Hertzfeld

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