Pkw-Besitzerin: Maroder Platz für Landung ungeeignet

Helikopter sorgt für Wirbel: Einschläge im Autolack

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Claudia Hanelt zeigt einige der zahlreichen kleinen Löcher. Die Lackierung der Motorhaube und der Fahrerseite müsse komplett erneuert werden. „Das ist kein 08/15-Lack.“ Die junge Frau hat sich die besondere Farbe bewusst ausgesucht und hängt an ihrem Wagen.

Osterburg. „Das Gelände ist für solche Einsätze ungeeignet, dort liegt Schotter, der zum Geschoss wird. “ Claudia Hanelt ist zornig und traurig zugleich.

Die Landung eines Rettungshubschraubers auf dem Parkplatz an der Lindenstraße in Osterburg habe ihren ganzen Stolz, einen grünen Skoda Octavia, gezeichnet. Der Helikopter wirbelte Dreck und Staub auf, zeitweise sah man die Hand vor Augen nicht. Zweige und sogar Steine flogen durch die Luft und hätten den an der Naumannstraße abgestellten Pkw getroffen. „Sie haben hässliche Spuren hinterlassen“, sagt die 30-Jährige und zeigt auf einen der mehr als ein Dutzend Einschläge. Die Lackierung müsse nicht zuletzt auf der Fahrerseite, die dem Wirbel direkt zugewandt war, komplett erneuert werden. Insgesamt sei ein Schaden von ungefähr 3000 Euro entstanden.

„Es geht nicht gegen Rettungseinsätze, sie sind wichtig und richtig“, betont die junge Frau im Gespräch mit der AZ. Doch gebe es in der Stadt derzeit einfach geeignetere Landepunkte, den Sportplatz „Bleiche“ beispielsweise, die Werderwiesen oder auch den Großen Markt. „Polizei und Feuerwehr müssten eben nur rechtzeitig einbezogen werden, die Landung absichern, für ausreichend Raum sorgen“, ergänzt Andreas Zuther, der Lebensgefährte ihrer Mutter und Berufskraftfahrer. Sollte tatsächlich allein der Lindenstraßen-Parkplatz infrage kommen, müsse dieser unbedingt saniert und endlich mit einer vernünftigen Oberfläche versehen werden.

Anwohner sollten jedenfalls nicht jedes Mal Gefahr laufen, ihren Pkw in die Werkstatt bringen zu müssen.

Auch Hausfassaden und Fensterscheiben würden leiden. Für Hanelt ist es bereits der zweite Schadensfall an einem Pkw. Im Frühjahr vergangenen Jahres habe ein anderer Rettungshubschrauber auf dem maroden Parkplatz im Herzen der Stadt für Wirbel gesorgt. Der Schaden damals: knapp 2000 Euro. „Die Versicherung ist informiert und hilft, sicherlich. Doch den ganzen Ärger und den Papierkram bezahlt mir niemand. Wir haben die Nase gestrichen voll“, schimpft Hanelt. Und Zuther fordert: „Der Bürgermeister muss die Sache jetzt in die Hand nehmen und für eine Lösung sorgen.“

Dass Stadtwehrleiter Sven Engel die Sorgen von Anwohnern in der AZ mit der Bemerkung, Autos könne man doch waschen, quittierte, sei allerdings wenig hilfreich. „Ehrlich gesagt, regt mich so ein Satz schon ein wenig auf. Wo bitte schön gibt es denn eine Autowäsche für Lackschäden?“ Der Rettungshubschrauber aus Perleberg war am letzten Freitag im Mai gelandet und hatte für einen regelrechten Menschenauflauf gesorgt (die AZ berichtete). Es handelte sich um einen internistischen Notfall.

Von Marco Hertzfeld

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