Regionalkantorei Osterburg feiert Jubiläum unter dem Motto „25 Jahre + 1“

„Wie doch die Zeit vergeht“

Musiker am Osterburger Neptunbrunnen
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Unter dem Motto „25 Jahre + 1“ feierte die Regionalkantorei Osterburg um Kantor Friedemann Lessing (r.) ihr Jubiläum in der biesestädtischen St.-Nicolai-Kirche mit einem einzigartigen Konzert. Zuvor präsentierten sich alle Musiker am Neptunbrunnen vor dem Gotteshaus.
  • Thomas Westermann
    VonThomas Westermann
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Osterburg. Im Rahmen des 26. Musikfestes Altmark feierte die Regionalkantorei Osterburg am Wochenende ihr Jubiläum unter dem Motto „25 Jahre + 1“. Eigentlich sollte schon 2020 auf den zweieinhalb Jahrzehnte bestehenden Klangkörper aufmerksam gemacht werden, doch die Corona-Pandemie machte einen Strich durch das Ansinnen.

Viele lobende Worte gab es in der Nicolaikirche für Kreiskantor Friedemann Lessing, der das Ensemble seit 1995 leitet. Laudator und Stadtratsmitglied Michael Handtke, der Bürgermeister Nico Schulz vertrat, blickte zurück und schaute nach vorn. Er gratulierte allen Beteiligten zum Jubiläum und bezeichnete Lessing als „Treiber, Frontmann und Kopf des Ganzen“. 25 Jahre Regionalkantorei heiße auch 25 Jahre Arbeit und Engagement, „wenn es mal zäh wurde“. Mit dem Dienstantritt von Friedemann Lessing 1995, übrigens das Jahr von Handtkes Konfirmation, kam es zu einer Umstrukturierung der kirchenmusikalischen Arbeit. Im Ergebnis stand die Umwandlung der bestehenden Chorarbeit in Osterburg. Um den gewünschten regionalen Gedanken zu dokumentieren, nannte sich der biesestädtische Kirchenchor nun Regionalkantorei Osterburg. Der kirchliche Chorgesang habe überhaupt eine lange Tradition. Schon in den 1970er-Jahren konnte Rosegret Kruppke, Lessings Vorgängerin, einen Chor in Osterburg übernehmen, leiten und weiterentwickeln. Aber auch dies war nicht der Beginn. So lassen sich vereinzelt Bilddokumente finden, die belegen, dass laut Handtke es bereits um 1958 einen Chor gegeben haben muss. Der Kommunalpolitiker und Christ weiter: „Und die Vermutung, dass auch davor schon ein Chor aktiv war, liegt sehr nah – verbindet doch das Singen die Menschen seit Jahrhunderten. Diese Vermutung konnte mit der Sanierung der Buchholz-Orgel belegt werden. Denn seitdem weiß man aus den Akten, dass zur Einweihung 1825 bereits eine Kantate aufgeführt wurde. Und es ist doch sehr unwahrscheinlich, dass dies ohne Chorarbeit möglich gewesen ist.“

Nach seinem Ausflug in die Geschichte schaute Osterburger Handtke in die Gegenwart. Derzeit bestehe die Regionalkantorei aus 33 Sängerinnen und Sängern. Mehr als 1000 Chorproben haben seit 1995 am Dienstagabend stattgefunden. Dabei wurden 60 verschiedene Programme und musikalische Werke erarbeitet und aufgeführt. Die Arbeit der Regionalkantorei werde nicht nur durch große strahlende Musikevents offenbar, sondern sie stehe auch für das Kleine oft Unscheinbare. So kommen über 100 Auftritte in Gottesdiensten, im Seniorenheim, auf Chortreffen und vieles mehr hinzu. Neben der regulären Arbeit gehe die Regionalkantorei auf die Jugend zu. So gebe es eine Kooperation mit der Hainschule für den Osterburger Kinderchor. Dabei seien 25 Kinder aktiv und haben Spaß am Musizieren. Die Kirchenmusik Osterburg sei untrennbar mit der Regionalkantorei verbunden. Musik und Kirche – das gehöre einfach zusammen, und für viele Menschen sei Musik in der Kirche ein zentraler Bestandteil des Gottesdienstes. Das gemeinsame Singen erzeuge ein Gemeinschaftsgefühl der Kirchgänger.

Ein weiterer Laudator war Superintendent Michael Kleemann. Er bezeichnete die Regionalkantorei als „wunderbares Aushängeschild“. Damit würden Menschen erreicht. „Wie doch die Zeit vergeht“, meint Kleemann und schaut dabei auf Lessings Tochter Magdalena, die er als Vierjährige singen hörte und die nun eine hervorragende Sopranistin sei.

Bevor die Regionalkantorei Osterburg und weitere Gäste den Zuhörern ein grandioses Konzert präsentierten, nutzten Friedemann Lessing und die bereits erwähnte Tochter Magdalena die Gelegenheit, zwei Menschen mit einem Blumenstrauß und herzlichen Worten zu danken. Zum einen war dies Rosegret Kruppke, die während ihrer Zeit als Kantorin hervorragende Arbeit leistete. Den anderen Blumenstrauß bekam Friedemann Lessings Ehefrau Isolde, die tatkräftig die Probentätigkeit unterstützt und auch Essen zubereitet, wenn Musiker im Hause der Lessings zu Gast sind.

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