Regeln gefordert

Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens (M.) weilte am Mittwoch im Wahlkreis von CDU-Landtagsmitglied Nico Schulz (r.). Auf dem Biolandhof Dihlmann kam er mit Landwirten ins Gespräch.

Busch - Von Jörg Gerber. Volksnah zeigte sich am Mittwoch Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens. Knapp zwei Stunden diskutierte er mit Landwirten auf dem Biolandhof der Familie Dihlmann in Busch. Am Abend folgte die 29. Tafelrunde in Büttnershof, zu der CDU-Landtagsabgeordneter Nico Schulz eingeladen hatte.

Fast zwei Stunden nahm sich Landwirtschaftsminister Onko Aeikens am Mittwoch Zeit, um in Busch mit Landwirten über die aktuelle Situation, aber auch über die Zukunft zu reden. Der Skepsis der Landwirte stand dabei der Optimismus des Ministers gegenüber. In vielen Fragen aber auch waren sie sich einig. Beispielsweise, dass die vielen Biogasanlagen eine Monokultur zur Folge hätten. Raps und Mais werden vorrangig angebaut. Angesprochen wurde von den Landwirten vor allem aber auch die Industrialisierung der Landwirtschaft. Günther Dihlmann sprach dabei allen aus dem Herzen. Seine Familie betreibe in der 15. Generation Landwirtschaft. Er habe miterleben müssen, wie viele kleine Familienbetriebe kaputt gemacht wurden. Niemand könne verstehen, dass gegen das Interesse der Gemeinschaft entschieden und gefördert werde. Schweine würden produziert, die kein Licht, kein Stroh und auch kein Grünfutter sehen. Hähnchen werden in 40 Tagen schlachtreif gezüchtet, haben die überhaupt gelebt?, so seine Frage. Anlagen werden errichtet, in denen vier Leute Arbeit haben und die vier Millionen Hähnchen beinhalten. Das mache alles kaputt – bäuerliche Betriebe, die über Generationen auf dem Land leben und sich dort auch einbringen, werden industriell weggefegt. Anlagen, die der Verbraucher nicht will, werden gefördert.

Sein Sohn Jörg erinnerte an eine Rede von Kanzlerin Merkel: „Deutschland gibt Milliarden für Griechenland, und die Kanzlerin fordert Regeln. Und Regeln sind es eben, die die Landwirte eben auch für die Milch beispielsweise wollen. Bei einem Fußballspiel geht es darum, wer am Ende siegt. Dafür werden ebenfalls Regeln benötigt, sonst wird das Spiel schnell zum Kickboxen“, so Jörg Dihlmann. Der Landwirtschaftsminister sprach von einem „sensiblen Thema“, sagte aber auch, dass er die Reglementierung der EU nicht aufhalten könne. Die Landwirte müssten sich zukunftsgerecht aufstellen. Die Weltbevölkerung, so Aeikens, wachse täglich, die Agrarpreise würden sich stabilisieren. Für Deutschland und Europa sei er optimistisch, was die Entwicklung der Agrarstruktur angehe.

Zur Energiepolitik hatte Michael Dihlmann angesprochen, dass sie andere Dinge durcheinander bringe. Nahrungsmittel werden kaputt gemacht, die Bundesregierung sei in der Pflicht zu prüfen, ob Energieproduktion und Nahrungsmittelproduktion noch in einem gesunden Verhältnis betrieben werden. Mais werde als Monokultur angebaut, der Boden werde das nicht lange aushalten. Biogasanlagen sollten nur in Verbindung mit Tierhaltung genehmigt werden. Allein mit Mais betrieben, bringen sie nichts.

Künftig solle die bundeseigene Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) die Agrarstruktur in den Regionen stärker berücksichtigen, wurde ebenfalls angesprochen. Boden gehöre in regionale Hand, es dürfe dabei nicht nach Höchstgebot verkauft werden. Wegen der Finanzkrise drängten Fonds und Konzerne auf den Markt, sie suchen sichere Anlagen, die Äcker sind für nachwachsende Rohstoffe und Energiepflanzen gefragt. Dabei werden extrem hohe Summen geboten. Die Bundesregierung sei gefordert, Einhalt zu gebieten.

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