Sportschul-Chefin verteidigt höhere Pacht für Osterburger Fußball-Club

„Raus aus der Komfortzone“

Für den OFC ist eine gewisse Linie überschritten. Die finanziellen Belastungen seien hoch. Foto: dpa

Osterburg. „Dieser Verein hat sich jahrelang in einer prädestinierten Stellung befunden und muss nun raus aus der Komfortzone. Doch das ist nur fair.

“ Stefanie Lück, die Leiterin der Landessportschule (LSS), weist die Kritik an der erhöhten Pacht für den Osterburger Fußball-Club (OFC) zurück. Die Kicker ziehe es gern und regelmäßig nicht zuletzt auf den Rasen des Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadions, doch bewirtschaften müsse ihn die Sportschule. „Der Platz wird bewässert und gepflegt, die Linien müssen gezogen werden und anderes mehr fällt an. Da kommt einiges zusammen, was Zeit und Geld kostet. “ Und überhaupt: Die Erhöhung sei für einen Verein wie den OFC durchaus verkraftbar und alles andere als extrem und unverschämt.

In den Jahren zuvor zahlte der Verein monatlich 120 Euro. Der Vertrag mit dem Landessportbund, Träger der LSS, war Anfang der 2000er-Jahre abgeschlossen worden. In der neuen Nutzungsvereinbarung steht: Für das Stadion im Trainings- und Spielbetrieb und das Sportlerheim sind insgesamt 200 Euro pro Monat fällig, die Kosten für Wasser und Strom noch nicht mitgerechnet. Und gänzlich neu: Für alle anderen Plätze, die der OFC vor allem für seinen Nachwuchs braucht, müssen weitere 200 Euro bezahlt werden (die AZ berichtete). Verträge gehörten nun einmal auf den Prüfstand.

„Der Schmerz sollte doch bitte trotz allem nicht allzu groß sein. Wie viele Vereine müssen ihren Platz selbst bewirtschaften?! Der OFC behält auch weiter eine Sonderstellung“, ist die LSS-Chefin im AZ-Gespräch überzeugt. „Wir sind noch moderat.“ Die Kicker sollten zudem über eine legitime Stellschraube verfügen, den Mitgliedsbeitrag. Der OFC ist einer der größten Vereine in der Einheitsgemeinde Osterburg.

Die OFC-Spitze hatte sich Ende des Jahres an die Stadt gewandt und im Sozialausschuss um finanzielle Unterstützung gebeten. Bürgermeister Nico Schulz möchte sich derzeit nicht großartig zum Thema äußern. Auf Nachfrage der AZ sagte der CDU-Mann so viel: „Wir haben viele Vereine.“ Offenbar ist der Spielraum in dieser Sache begrenzt, noch jedenfalls.

Von Marco Hertzfeld

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