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„Rakete“ schnellt in Höhe und „Heinz“ zeigt sich blau

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Projektleiterin Sabine Heinrich mit einer über zwei Meter hohen Buchsbaum-Pflanze aus Ostfriesland.  Foto: Boetzer
Projektleiterin Sabine Heinrich mit einer über zwei Meter hohen Buchsbaum-Pflanze aus Ostfriesland. Foto: Boetzer

Iden. Es sei Helga Gallikowski etwas schwer gefallen. Stehen doch die von ihr gespendeten Buxus-Pflanzen für ein gewaltiges Stück Lebenszeit, erklärte Projektleiterin Sabine Heinrich. Hermann Gallikowski aus Emden gilt als großer Buchsbaum-Sammler.

Im Juni 2007 verstorben, ist Gallikowski Namensgeber des Buxariums in Iden. Und das wiederum ist das Kernstück des Buchsbaum-Kompetenzzentrums Altmark. Nach Hermanns Tod kümmert sich Ehefrau Helga um die Immergrünen. Das Paar war gerade in den 1960er Jahren fast in der ganzen Welt unterwegs und brachte sich von ihren Reisen Buchsbaum-Pflanzen mit. 40 Pflanzen aus 40 verschiedenen Sorten übergab Helga Gallikowski für das Buxarium. Altmärker haben aus Ostfriesland die teilweise über mannshohen Pflanzen abgeholt und ihnen gestern im Gutspark Iden einen neuen Standort gegeben. Landkreis und Verbandsgemeinde unterstützen das Unterfangen, Mitarbeiter der Gesellschaft für Arbeitsförderung und Sanierung sorgten für festen Stand und reichlich Wasser.

Gerade das Nass sei sehr wichtig, so Sabine Heinrich, die für die Deutsche Buchsbaumgesellschaft arbeitet. Auch sollten die Pflanzen nicht ganz so tief ins Erdreich gesetzt werden. Hilfe für die Pflanzen werde benötigt. Ein Gartenschlauch willkommen, wie auch Finanzspritzen. Die Kollektion in Iden bietet aktuell um die 120 Sorten. Ein Großteil sind Stecklinge von Gallikowski. Nochmal über 100 Pflanzen werden von Mitgliedern der Buchsbaumgesellschaft im heimischen Garten gehegt und gepflegt. Ziel sei es, einmal gut 300 Sorten bieten zu können. Die Immergrünen punkten vor allem mit ihrer Vielfalt. Laut Sabine Heinrich kennen die meisten Menschen Buxus nur als Hecke oder Kugeln. Etwa die Sorten „Blauer Heinz“, mit seinen blaugrünen Blättern und einem kompakten, kugeligen Wuchs, oder „Herrenhausen“, der breit wächst und ideal für flache Einfassungen ist. Dazu gesellen sich Buxus „Raket“, ein schnell in die Höhe wachsender Raketenbuchs. Oder auch die großblättrige Sorte „Sultan“.

Bisher ist die Anlage auf dem Areal der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau für die Öffentlichkeit unzugänglich. Es fehle am Geld, Leute für eine Aufsicht zu stellen. Doch innerhalb der Aktion „Tag der offenen Gärten“ können Interessierte am Sonntag, 16. September, Einblicke bekommen. Tagungen zu veranstalten, das Buxarium ständig zu öffnen, sei alles wohlklingende Zukunftsmusik, sagte Sabine Heinrich. Dieses einmalige und besondere Projekt ist dem Babener Wilhelm Hönow zu verdanken. Der bekannte Buchsbaum-Experte verfolgte unaufhaltbar seine Vision, ein Kompetenzzentrum in der Altmark zu etablieren. Seine Mühen lohnten sich, im Juni 2010 gab es die symbolische Erstbepflanzung der Kollektion in Iden.

Von Berit Boetzer

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