Lebenshilfe hofft auf ersten Spatenstich im Sommer / Moderne Fassade muss überzeugen

Raden-Grundstück vor Umbruch

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Wo derzeit Gras wächst, soll nun endlich im Sommer gebaut werden. Ein zweigeschossiges Wohnhaus entsteht.

Osterburg. „Irgendwann im August geht es los, hoffentlich. “ Geschäftsführerin Regina Bahlke hatte es ja schon im Vorfeld geahnt. Ein Projekt wie das an der Bergstraße in Osterburg muss jede Menge Hürden nehmen.

Die Lebenshilfe will in der Altstadt ein Wohnhaus für Menschen mit Behinderung errichten lassen. Das Bauordnungsamt musste grünes Licht geben. Und auch der Denkmalschutz wollte gefragt werden. Zwar wurde das Areal am Großen Markt leer geräumt, doch ist das Umfeld reich an stadthistorisch wertvollen Gebäuden. Die Einheitsgemeinde Osterburg will nach einiger Diskussion annähernd 270 000 Euro aus dem Topf für die Altstadtsanierung weiterreichen. Ist eine entsprechende Vereinbarung aller beteiligten Partner unterzeichnet, können die Arbeiten öffentlich ausgeschrieben werden und im Sommer beginnen. Insgesamt soll gut eine Million Euro in den Standort investiert werden.

Das Projekt stößt nicht überall auf Gegenliebe. Ursprünglich war kein Neubau geplant. Als die Familie des verstorbenen Bürgermeisters Hartmuth Raden der gemeinnützigen Gesellschaft das Grundstück vor gut zweieinhalb Jahren überließ, sollten die dort stehenden Fachwerk-Quartiere erhalten bleiben und saniert werden. Doch die Bausubstanz war nach Meinung von Gutachtern viel zu marode, um noch gerettet zu werden. Zudem bestand durchaus die Gefahr, dass Teile herabstürzen könnten. Im Herbst 2012 ist das Haus binnen weniger Tage abgerissen worden.

Der neue Komplex in Nachbarschaft von Bibliothek und Gymnasium soll eine moderne Fassade erhalten und kein Fachwerk. Dass sich das Haus dennoch gut ins Umfeld einfügen wird, davon ist die Lebenshilfe-Chefin überzeugt. Die Bergstraße verläuft auf historischem Grund der Biesestadt. Für Archäologen sind die angrenzenden Grundstücke ein kleines Paradies. Ob sich das Interesse der Wissenschaftler noch auf den zeitlichen Verlauf der Arbeiten auswirkt, wird sich zeigen. In das zweigeschossige Gebäude werden acht Wohnungen für Mitarbeiter der Lebenshilfe eingerichtet. Ob sie dort noch 2014 einziehen können, scheint inzwischen mehr als fraglich.

Von Marco Hertzfeld

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