Wohnungsgenossenschaft sieht offene Fragen seit Einführung der Biotonne

Umstellung nicht reibungslos

Seit dem 1. Januar muss im Landkreis Stendal für den Biomüll Geld bezahlt werden
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Seit dem 1. Januar 2021 ist die Biotonne (Symbolfoto) im Landkreis Stendal kostenpflichtig. Die Änderungen, die das mit sich brachte, verliefen in der Einheitsgemeinde nicht reibungslos.
  • Tobias Henke
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Die Wohnungsgenossenschaft Osterburg ist nach der Wohnungsgesellschaft einer der größten Anbieter von Wohnungen in der Biesestadt. Aus Sicht von Lars Seibicke, einer von zwei Vorständen der Wohnungsgenossenschaft, hat die Einführung der kostenpflichtigen Biotonne seit Jahresbeginn nicht gerade reibungslos funktioniert.

So stößt ihm unter anderem die rückwirkend eingeführte Müllgebührensatzung (AZ berichtete) sauer auf. „Erst im Februar konnten wir Mülltonnen kündigen, die wir schon im Januar gar nicht gebraucht haben.“ Speziell die Abmeldung von Tonnen funktioniere bis heute nicht. „Wir haben im Februar in Osterburg sechs und in Arneburg 20 Tonnen gekündigt, die bis heute nicht abgeholt wurden.“ Ob hierfür nach wie vor Gebühren verlangt werden, sei ihm nicht mitgeteilt worden. „Das wissen wir nicht.“

Die größte Umstellung bringt die kostenpflichtige Biotonne laut Seibicke für diejenigen Mieter mit sich, die viele Gartenabfälle haben. „Für die war es natürlich wichtig, dass sie die Biotonne auch mit nutzen können.“ Inzwischen wurde kontrolliert, um festzustellen, welche Abfälle am Ende in der Tonne landen.

Vorstand Seibicke sagt weiter, dass er mit der ALS darüber gesprochen habe, dass die Wohnungsgenossenschaft gerne einheitlich auf 120-Liter-Tonnen umstellen würde, dass dies jedoch bis jetzt sehr schleppend verlaufe.

Eine weitere Schwierigkeit sei, dass es teilweise Diskrepanzen geben würde, zwischen den vorhandenen Tonnen und denen, die bei der ALS angemeldet seien. So seien teilweise Tonnen einzelnen Wohnungen zugeordnet, die dort überhaupt noch nicht aufgetaucht sind „Dies ist aber nicht die Schuld der ALS“, betont Seibicke gegenüber der AZ.

ALS-Geschäftsführer Hendrik Galster bittet um Verständnis, dass er eine kurzfristige Presseanfrage in Bezug auf die nicht abgeholten Tonnen der Wohnungsgenossenschaft gestern nicht mehr beantworten konnte. Laut Galster wird die Debatte um die kostenpflichtige Biotonne teilweise nicht korrekt geführt. „Es gab noch nie eine kostenlose Biotonne. Bislang wurde diese über die Restmülltonne querfinanziert, und seit dem 1. Januar dieses Jahres ist die Biotonne kostenpflichtig.“

Mitte kommender Woche wird Geschäftsführer Galster in der AZ zu Wort kommen, um die Position des Unternehmens in Bezug auf die Einführung der kostenpflichtigen Biotonne genauer zu erläutern.

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