„Lassen Sie keine Fremden rein“

Polizei Stendal informiert in der Volkssolidarität über Betrugsmaschen

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Der Kriminalhauptkommissar zeigte seine Dienstmarke und warnte vor Betrugsmaschen durch Personen, die sich als Polizisten ausgeben oder auch vor dem „Enkeltrick“. 

Osterburg – „Anfällig sind besonders ältere Menschen, die sich stark zurückgezogen haben und wenig Kontakt nach Außen haben“.

Mittels anschaulicher Filme und eindringlicher Worte referierte der Polizist Jürgen Harder gestern in der Begegnungsstätte der Volkssolidarität über den „Enkeltrick“ und andere Betrugsmaschen.

Der Kriminalhauptkommissar ist als Sachbearbeiter im Bereich Kriminalprävention für die Polizei Stendal tätig. Wie wichtig der Polizei diese Aufgabe ist, verdeutlicht die Tatsache, dass er eigentlich von den beiden Regionalbereichsbeamten Tanja Köhnke und Mario Grünwald begleitet werden sollte. Die waren jedoch kurzfristig verhindert.

„Würden Sie eine junge Mutter in Ihr Haus lassen, die Sie um ein Glas Wasser bittet?“, fragte Harder rhetorisch, denn er meinte, die Antwort zu kennen. Hilfsbereitschaft wird laut dem erfahrenen Kriminalbeamten von Betrügern gnadenlos ausgenutzt, wenn beispielsweise eine Person in ein Haus gelassen werde und sich der Komplize unbemerkt Zugang verschafft, während der Hausbewohner abgelenkt werde.

Auch auf „falsche Polizisten“ wies er hin. Betrüger würden sich als Ordnungshüter ausgeben und darum bitten, bei der Aufklärung von Straftaten zu helfen. Diese verlangten dann die Herausgabe von Wertsachen, um diese vermeintlich sicher aufzubewahren. „Lassen Sie sich die Dienstmarke zeigen, wenn Sie sich nicht sicher sind, dass Sie es mit echten Polizisten zu tun haben.“

Harder machte deutlich, dass sich die Betrüger immer neue Maschen ausdenken würden, doch auch der „Enkeltrick“, bei dem sich Kriminelle als Verwandte ausgeben, die sich in einer Notlage befänden und für die ein Bekannter Geld abholen soll, würde immer wieder funktionieren. „Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung. Schauen Sie vorher durch den Türspion und öffnen Sie die Tür nur, ohne die Kette abzunehmen“, gab er den gut 40 Senioren, die sich seinen Vortrag anhörten, handfeste Tipps mit auf den Weg.

Dass der Polizist hier nicht von Einzelfällen sprach, wurde sehr schnell deutlich, denn auch zwei der Zuhörer wussten von Betrugsmaschen zu berichten. Sie hatten, nachdem sie angesprochen wurden, genau richtig reagiert und umgehend die Polizei verständigt. „Bitte erstatten Sie Anzeige, wenn Ihnen so etwas passiert. Wir als Polizei können erst dann tätig werden“, richtete der Kriminalbeamte einen Appell an die Opfer, nach einer Tat umgehend die örtliche Polizei zu verständigen.

VON TOBIAS HENKE

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