Kinder und Jugendliche beschäftigen sich mit der traditionellen Sprache

Plattdeutsch überzeugt

Kinder und Jugendliche lernen regelmäßig Plattdeutsch. Mit dem Gladigauer Projekt, das noch bis zum 15. Oktober läuft, soll der Erhalt der Sprache maßgeblich unterstützt werden. Fotos (2): Schaffer

Gladigau. In vielen Gegenden Norddeutschlands wird noch niederdeutsch oder auch plattdeutsch gesprochen. Auch in der Altmark gibt es noch Menschen, die dieser Sprache, die kein Dialekt ist, mächtig sind. Doch deren Zahl nimmt immer weiter ab.

Um diesem Trend entgegen zu wirken, gibt es an den Volkshochschulen und in Arbeitsgemeinschaften an den Grundschulen die Möglichkeit zur Sprachpflege des Plattdeutschen.

In Gladigau existiert seit dem Mai 2011 die sogenannte „Plattdeutsche Sommerschule“. Dieses Mikroprojekt im Rahmen der „Stärken vor Ort“ und gefördert durch den europäischen Sozialfond für Deutschland, wird von der Gladigauerin Ursula Müller geleitet. Unter ihrer Obhut treffen sich wöchentlich - auch in den Ferien - zehn Kinder aus der Region. Sie sind zwischen sechs und 15 Jahren alt. Ihr Lernort ist die Probebühne des Regionaltheaters Gladigau. Im Unterricht verwenden sie spezielle Lehrmittel wie eine Fibel und Texte von altmärkischen Mundartdichtern wie Fritz Hagen, Margitta Mielke und Helga Albert.

Am Sonntagnachmittag traten sie in Gladigau auf der Feldsteinbühne, die sie quasi einweihten, vor die Öffentlichkeit. In ihrem Repertoire hatten die Jungen und Mädchen Gedichte und Sketche sowie Aschenputtel und Romeo und Julia in ihrer eigenen plattdeutschen Version. Man merkte den jungen Darstellern förmlich an, wieviel Spaß es ihnen machte, dem interessierten Publikum zu zeigen, was sie so alles gelernt hatten. Großer Beifall war damit schon vorprogrammiert.

Anschließend blieben die Besucher bei Kaffee und Kuchen sowie Gegrilltem auf dem Sportplatz. Bis zum 15. Oktober läuft das Mikroprojekt noch in Gladigau, und ihre Leiterin könnte sich vorstellen, davon eine weitere Auflage zu starten. Ursula Müller betonte, dass sie ihre Arbeit aber keinesfalls als Konkurrenz zu den schulischen Arbeitsgemeinschaften in Richtung Sprachpflege sieht.

Von Walter Schaffer

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