Landkreis bereitet nach Beschlagnahme Auktion vor / Liste der Tiere ab Donnerstag im Internet

73 Pferde unterm Hammer: Rossschlachter dürfen mitbieten

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Pferde sollen unterernährt und verletzt gewesen sein.

Lichterfelde. „Wir sind derzeit intensiv in der Vorbereitung der Versteigerung.“ 73 der 78 am 7. Dezember beschlagnahmten Pferde sollen am Freitag, 27.  Januar, über eine vom Landkreis Stendal initiierte Auktion ein neues Zuhause finden.

Die Differenz entstehe, weil Tiere, die nachweislich einen anderen Eigentümer hätten, dorthin wieder abgegeben worden seien, informierte Kreissprecherin Angela Vogel auf Nachfrage der AZ. 

Die Behörden hatten in einer für die Region bislang wohl einmaligen Aktion vornehmlich Shetland-und Reitponys, Araber, Warmblüter, schwere Warmblüter und Kaltblüter beschlagnahmt und von Flächen um Osterburg und Arneburg-Goldbeck holen lassen. Der Vorwurf gegen den verantwortlichen Klein Ballerstedter: Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Die Auktion beginnt um 9 Uhr in der ehemaligen Bullenzuchtstation in Lichterfelde, wo die Vierbeiner momentan untergebracht sind.

„Wir gehen davon aus, dass sich sehr viele Menschen für die Versteigerung interessieren. Die dabei zu bedenkenden möglichen Herausforderungen werden derzeit noch besprochen.“ Dass auch Rossschlachter an diesem Tag mitbieten, sei durchaus möglich. „Der Landkreis hat hierauf keinen Einfluss.“ Die Einnahmen sollen mit den Ausgaben für das Verfahren gegen den Halter verrechnet werden. „Täglich ergeben sich neue Erkenntnisse und Herausforderungen.“ Zur rechtlichen Aufarbeitung sagt Vogel immerhin schon so viel: „Derzeit gibt es zwei Widersprüche in diesem Fall.“

Wer eines der Tiere oder auch gleich mehrere Pferde ersteigern möchte, macht das nicht blind. Die Auktion schließe die Möglichkeit einer Vorabbesichtigung, wie es in Amtsdeutsch heißt, ein. Die Liste der Auktionspferde wird laut Vogel zusammengestellt und soll am morgigen Donnerstag auf der Internetseite des Landkreises veröffentlicht werden. Zudem sei für Montag eine Pressekonferenz geplant.

Von Marco Hertzfeld

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