Kunsthandwerk und Gaumenfreuden locken die Menschen ins Museum

Der Ostermarkt so bunt wie ein Frühlingsstrauß

Die sechsjährige Mia lässt am Stand ihres Vaters Blumen blühen. Hans Brehmer und Schwiegertochter Dagmar pflegen ein altes Handwerk und flechten Sitzflächen aus Peddigrohr. Museumsmitarbeiter Detlef Preetz zeigt Martin Korsmeier (5), wie nach mittelalterlichem Vorbild dicke Seile gedreht werden. Matti Nitzsche (8, v.l.), Ben (9) und Linda (4) Döring begeistern sich schon am Eingang für Kristalle.

Osterburg. „Der Ostermarkt ist wie ein bunter Frühlingsstrauß, man kann sich einfach nicht sattsehen“, schwärmt eine Frau schon zur Hälfte ihres Weges durch das Kreismuseum. Ein solches Kompliment dürfte Irene Mertens häufiger gehört haben.

Die Biesestädterin hat das besondere Stelldichein einst aus der Taufe gehoben. „Wir hatten bis dahin keine derartige Tradition in der Ostaltmark, wie es sie etwa im westlichen Teil der Region schon gegeben hat“, erinnert sie sich im AZ-Gespräch. Kunst und Kultur, altes Handwerk und Geschichte liegen ihr am Herzen. Hinzu kommen jedes Jahr noch allerhand Gaumenfreuden. Die Mischung stimmt. Auch zur 24. Auflage strömten einige Hundert Menschen.

Frank Hoche, der Leiter des Museums, sah schon am Vormittag zufrieden aus. Für viele Familien scheint der Besuch des Marktes inzwischen ein fester Bestandteil des Osterprogramms zu sein. Zumal auch jene Menschen in die Einrichtung kommen, die ansonsten vielleicht nicht unbedingt ihren Kopf in ein Museum stecken würden. Mehr als 30 Stände waren bis in den späten Nachmittag hinein im und vor dem Gebäude aufgebaut. Sogar Hoches Bruder Harald aus dem thüringischen Apolda ist wie schon im vergangenen Jahr mit von der Partie gewesen. Er zeigte nicht zuletzt Kindern, wie mit jeder Menge Spaß ein kleiner Korb geflochten wird.

Da gab es Mineralien und Kunsthandwerk, dort Honig und selbst gemachte Marmelade. An anderer Stelle hingen Hüte und Mützen aus Handarbeit, wenige Schritte dahinter glänzte Schmuck. Ein paar Meter weiter konnten Ostereier bemalt werden. Draußen auf dem Hof standen Weine, Liköre und Met, auch Honigwein genannt. Bereichert wurde im Inneren alles mit ausgewählten Werken von Künstlern wie Mertens. Detlef Preetz baute die nach historischem Vorbild gefertigte Seildrehmaschine auf. Und natürlich hatte an diesem Tag auch das hochprozentige Osterwasser des Osterburger Museums seine Anhänger.

Von Marco Hertzfeld

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