Nach Ostern kehrt die Buchholzorgel zurück / Schwellwerk auch gleich erneuert

Osterburgs Königin birgt eine kostspielige Sensation

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Ein Orgelbauer hält eine der Pfeifen in Händen. Ein Großteil der Orgel ist für die Restauration auf Reisen gegangen.

Osterburg. Die altersschwachen Teile der 1825 gebauten Buchholzorgel sind so gut wie komplett aufgefrischt und erneuert. Kreiskantor Friedemann Lessing geht deshalb fest davon aus, dass sie nach Ostern wieder in der Nicolaikirche zurückkehren können.

„Ich halte dieses wunderbare Instrument nun noch mehr als bislang für das kulturhistorisch wertvollste Stück in Osterburg. “ Bei den Restaurierungsarbeiten ist ein sogenanntes Schwellwerk entdeckt worden, dessen Pfeifen sich in einem verschlossenen Holzkasten befinden. Für Fachleute ist das eine kleine Sensation, wurde diese Spieltechnik doch erst im 18. Jahrhundert in England entwickelt und dann im 19. Jahrhundert auch in kontinentaleuropäische Orgeln eingebaut. „Buchholz war also einer der Ersten. “ Mithilfe des Schwellwerks lässt sich die ansonsten unveränderbare Dynamik einzelner Register oder Registerkombinationen verändern. Eine Orgel gilt gemeinhin als Königin der Instrumente.

Die Entdeckung hat allerdings ihren Preis. 16 000 Euro müssen zusätzlich aufgebracht werden. Das ist für den Orgel-Förderverein kein Pappenstiel. „Wenn wir Restaurierung sagen, dann dürfen wir dieses Teilwerk nicht einfach ignorieren“, so der stellvertretende Vorsitzende im AZ-Gespräch. Die Kosten für die Restaurierung der Orgel dürften sich am Ende auf mehr als 330 000 Euro summieren. In der Vergangenheit hatte es auch von anderer Seite Unterstützung gegeben, nicht zuletzt von Lotto-Toto. 256 000 Euro sind bereits verbaut. Ein mittlerer fünfstelliger Betrag muss die nächste Zeit noch aufgebracht werden. [...]

Von Marco Hertzfeld

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