Wohnungsgesellschaft rüstet sich für die Zukunft

Mit Ideen gegen den Leerstand in Osterburg

Wohnblock in Osterburg
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Die oberen zwei Etagen im Objekt Fröbelstraße 10 bis 12 in Osterburg lassen sich schwer vermieten. Die biesestädtische Wohnungsgesellschaft um Geschäftsführer Rüdiger Mallohn will sie stillegen. 
  • Thomas Westermann
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Osterburg. Die Wohnungsgesellschaft Osterburg hat wie andere derartige Unternehmen mit Leerstand zu kämpfen. „Das ist unser größtes Problem“, äußerte Geschäftsführer Rüdiger Mallohn auf der jüngsten Stadtratssitzung als die „Lage der Gesellschaft“ auf der Tagesordnung stand.

Insgesamt hat die Gesellschaft einen Bestand von 624 Wohneinheiten. Zudem werden weitere 228 Wohnungen verwaltet. Die Leerstandsquote betrug zum 31. Dezember 2020 27,56 Prozent, betroffen davon sind 172 Wohneinheiten. Kündigungsgründe der Mieter sind Wegzüge aus Osterburg, Umzug in betreutes Wohnen oder Tod des Mieters. Unzureichende Industrie- und Firmenansiedlungen, fehlende Arbeitsplätze und geringe Bezahlung führen zu Abwanderungen junger Familien und Singles, meint Mallohn. Damit fehlen finanzielle Mittel, rund eine halbe Million Euro, für dringende Instandhaltungen, Modernisierungen beziehungsweise zur Erhöhung der Liquidität.

Doch den Kopf in den Sand stecken der Geschäftsführer und seine Mitstreiter nicht. Wohnungen und das Umfeld werden attraktiv gestaltet. Es entstanden und entstehen beispielsweise Fahrradgaragen. Positiv sieht Mallohn den Einbau vor einiger Zeit von zwei Personenaufzugsanlagen mit Haltepunkten auf der Wohnungsebene in den Eingängen 2 und 3 des Objektes Werner-Seelenbinder-Straße 1 bis 4. Rund 520 000 Euro kostete diese Investition, finanziert aus Eigenmitteln, Fördermitteln und Darlehen.

Die künftigen Modernisierungen und Instandsetzungen werden unter Berücksichtigung der begrenzt zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel an Einzelstandorten im Stadtkern, Altneubau und im Zuge von Mieterwechsel vorgenommen, wobei jährlich von einer Eigenfinanzierung von rund 300 000 Euro ausgegangen werde, kündigt der Geschäftsführer an. Der Schwerpunkt der Bautätigkeit richte sich auf die Verbesserung der Attraktivität und der Verkehrssicherheit der Quartiere. Bis 2023 seien das Maßnahmen wie zum Beispiel Sanierung der Fassaden, Treppenhäuser, Keller und Neugestaltung von Außenanlagen der Objekte im Altneubaugebiet. Weiter gehe es mit der Umstellung der Wärmeversorgung von Gaseinzelheizungen auf zentrale Fernwärme in der Stendaler Chaussee 1/3, Melkerstraße 31 und Karl-Liebknecht-Straße 28 bis 36. Zudem sollen neue und sichere Müllcontainerstellplätze im Altneubaugebiet geschaffen werden. Parallel zu diesen Maßnahmen werde sich die Gesellschaft strategisch auch in Richtung Neubau von Wohnquartieren orientieren. Damit sollen auch potenzielle Mieter mit den Wünschen nach individuellem Wohnraum und gehobenen Wohnstandard angesprochen werden. Erste Planungen sehen Neubauten im Bereich des einstigen Kinogeländes in Osterburg vor. Weitere Zielstellungen für die Zukunft seien die Stilllegung der beiden oberen Etagen beim Objekt Fröbelstraße 10 bis 12 mit 36 Wohneinheiten, der weitere Abriss oder Rückbau von Wohnungen und Stilllegung von oberen Etagen, die sich schlecht vermieten lassen. Zudem stehe die Neubebauung von freigewordenen Grundstücken mit Reihenhäusern auf der Agenda. Um all dies realisieren zu können, räumte Mallohn ein: „Notwendig für die Vorhaben sind Fördermittel.“

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