„Schule ohne Lärm ist traurig“

Osterburger Lernstätte bereitet sich auf Wiederbeginn des Unterrichts vor

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Es wird noch einige Zeit dauern, bis Schulleiterin Katrin Lehmann (hier bei einem Termin mit Bürgermeister Nico Schulz und Bildungsminister Marco Tullner) ihre Schüler wieder begrüßen kann.

Osterburg – Nicht nur für die Schüler in den Abschlussklassen an den weiterführenden Schulen ist das laufende Schuljahr besonders wichtig in Bezug auf die persönliche Zukunft.

In ähnlicher Weise gilt dies auch für die Viertklässler, die kurz vor einem Schulwechsel stehen. Die Grundschule am Hain bereitet sich derzeit intensiv auf den Wiederbeginn des Unterrichts vor.

„Die direkte Rückkehr in den Normalbetrieb halte ich für nicht möglich“, sagte Schulleiterin Katrin Lehmann gegenüber der AZ. Es seien noch viele Fragen offen. „Da ist in erster Linie der Schulbusverkehr zu nennen, der wieder eingerichtet werden muss, damit auch alle Schüler zu uns kommen können.“ Lehmann wünscht sich eine schrittweise Rückkehr zur Normalität. „Es wäre wichtig, wenn unsere Viertklässler bald wieder zur Schule kommen können.“ Die Empfehlung für welche weiterführende Schule das Kind geeignet ist, sei zwar schon mit den Halbjahreszeugnissen erfolgt, doch es gehe um mehr. „Das ist weniger eine Frage von Noten und Klassenarbeiten, wir wollen unsere Schüler natürlich bestmöglich auf die neue Schule vorbereiten.“

Sehr skeptisch ist die Schulleiterin bei der Frage, ob es gelingen kann, den Schülern klar zu machen, dass die Abstandsregeln eingehalten werden. „Die haben ihre Mitschüler und auch ihre Lehrer seit Wochen nicht gesehen, natürlich wollen sie sie auch drücken und umarmen.“ Für kaum praktikabel hält sie Forderungen von Politikern, dass die Schüler nur noch in kleinen Gruppen unterrichtet werden sollen. „Wenn alle Schüler da sind, dann geht das nicht. Alleine deshalb, weil dafür nicht genug Personal da ist.“

Bedanken möchte sich die Pädagogin bei den Eltern, die fast alle sehr gut mitgezogen hätten, als die Schüler sich Arbeitsmaterialien über die Internetseite der Schule besorgen konnten. Zwar gebe es manche Schüler, die man nicht erreiche, doch dies seien Ausnahmen. Die meisten hätten sich die Unterrichtsmaterialien für die Tages- und Wochenaufgaben besorgt und zu Hause gelernt.

Was die Einhaltung von Hygiene-Vorschriften angehe, sei es Lehmann zu Folge teilweise notwendig zu improvisieren. „Wir denken darüber nach, dass wir die Türen offenlassen, damit die Kinder die Türklinken nicht anfassen müssen.“ Bis einschließlich 4. Mai ist die Öffnung der Grundschulen noch nicht vorgesehen.

Schulleiterin Lehmann hofft trotzdem, dass die Zeit der völlig leeren Gänge in ihrer Schule bald der Vergangenheit angehört. „Schule ohne Kinder und ohne Lärm ist traurig“, so die Pädagogin. Sie wird sich jedoch noch einige Zeit lang in Geduld üben müssen.

VON TOBIAS HENKE

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