Fördermittel sind notwendig

Osterburger Gansenorgel ist sanierungsbedürftig: Eine Frage des Geldes

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Der Bundestagsabgeordnete Dr. Marcus Faber (r.) tauschte sich am Dienstag unter anderem mit Regionalkantor Friedemann Lessing (M.) und Pfarrer Matthias Kruppke (l.) über die Gansenorgel aus.

Osterburg – Im Rahmen eines Vororttermins wurde dem Stendaler Bundestagsabgeordneten Dr. Marcus Faber (FDP) gestern ein Eindruck vermittelt, wie erhaltenswert die Gansenorgel in der Kreveser Klosterkirche ist.

Mehrere der Anwesenden, darunter Pfarrer Matthias Kruppke und Regionalkantor Friedemann Lessing, erläuterten dem Abgeordneten die Besonderheiten der alten Orgel, die sanierungsbedürftig ist.

So sieht die Gansenorgel von innen aus. Sie wird nächstes Jahr 300 Jahre alt.

„Das geht hier keine 50 Jahre mehr gut“, sagte Ralf Engelkamp vom „Atelier offen“, das sich in dem an die Kirche angrenzenden Herrenhaus in Krevese befindet.

Zu Beginn des Besuches des Abgeordneten greift Lessing in die Töne und spielt zwei kurze Lieder. „Ein Ton blieb hängen“, sagte Pfarrer Kruppke anschließend, was vermutlich nur geschulten Ohren aufgefallen war. Doch es verdeutlichte, dass die 1721 erbaute Gansenorgel in keinem guten Zustand ist.

Der Sanierungsbedarf wird auf etwa 300 000 Euro geschätzt. Ein Großteil muss über öffentliche Fördertöpfe finanziert werden. „Anders ist das nicht möglich“, so Lessing. Es gebe hier europäische oder auch Fördermittel des Bundes, über die solche Projekte gefördert werden können. Faber versprach sich für die Orgel einzusetzen, falls sich die Gelegenheit bieten sollte.

Das Besondere an der Orgel ist, dass sie in ihrem Originalzustand erhalten ist und deshalb einen unverwechselbaren Klang hat. „Während des Orgelsommers treten hier oft Organisten auf, die schon sehr viel herumgekommen sind. Die Gansenorgel bleibt allen in prägender Erinnerung“, so Lessing.

Nachdem Regionalkontor Lessing gespielt hatte, ging es die Wendeltreppe zu der Orgel hinaus, wo der Bundestagsabgeordnete Faber die Orgel aus nächster Nähe betrachten konnte und deutlich wurde, dass der Zahn der Zeit an dem Instrument nagt. „Die Orgelpfeifen bleiben allerdings von dem Holzwurm verschont, denn sie sind ja aus Metall“, führte Lessing aus. Der Vor-Ort-Termin fand vielleicht auch mit Blick auf das kommende Jahr statt, denn dann gibt es die Orgel seit 300 Jahren.

Mit Verweis auf den traditionellen Kreveser Orgelsommer verdeutlichte Pfarrer Kruppke, dass viel unternommen werde, um Geld für den Erhalt der Orgel zu sammeln. „Doch in manchen Fällen springt da am Ende nicht mehr bei raus, als die Finanzierung des Konzertes selbst“, ergänzte Lessing, dass finanzielle Eigenmittel zum Erhalt der Orgel trotz großem Engagement nur in sehr begrenztem Umfang zur Verfügung stehen würden.

VON TOBIAS HENKE

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