Physisch und psychisch bis ans Limit

Osterburger Feuerwehr: Ernstfall-Übung im mobilen Brandcontainer

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Jüngst hatte der „mobile Brandcontainer“ vor der Osterburger Feuerwehr Station gemacht. 40 Atemschutzträger der Einheitsgemeinde-Wehren trainierten dort die Brandbekämpfung in Innenräumen.

Osterburg – Jüngst hatte der mobile Brandübungscontainer eines sachsen-anhaltinischen Unternehmens für Brandsimulation einen Tag lang vor dem Osterburger Feuerwehr-Gerätehaus Station gemacht.

Anlass war die jährliche Ausbildung von 40 Atemschutzträgern aus den Ortswehren der Einheitsgemeinde. Im Container trainierten die Kameradinnen und Kameraden jeweils truppweise die Brandbekämpfung in Häusern und Wohnungen. Die Trupps seien dabei bis zu einer Viertelstunde im Einsatz – „höchste physische und psychische Belastung teils bis an die Belastungsgrenze der Einsatzkräfte“, erklärte Stadtwehrleiter Sven Engel der AZ.

Ein Einsatztrupp beim Kühlen der Brandherd-Umgebung zur Senkung der Innenraumtemperatur.

Neben der Bekämpfung der teils gleichzeitigen Brandherde müsse der Trupp stets die Innenraumtemperatur im Griff behalten (bis 60 Grad Celsius), was durch Kühlen von Decke und Wände realisiert werde (Wasser-Sprühstrahl). Geschehe dies nicht fachgerecht, könne die Innentemperatur schnell über 300 Grad Celsius steigen, so Engel weiter.

Der Übungscontainer ermögliche durch seine zwei Brandräume (getrennt durch eine heiße Tür), Deckentemperaturen bis 700 Grad Celsius und unterschiedliche Einstiegsmöglichkeiten die Darstellung verschiedenster Brandszenarien. Trainiert wurden unter anderem der richtige Umgang mit der Schutzausrüstung, richtiges taktisches Verhalten beim Innenangriff, Such- und Rettungsübungen, das Erkennen von Flash-Over (Rauchgasdurchzündungen), das Öffnen von heißen Türen zum Brandraum sowie auch die Menschenrettung aus Brandräumen.

Stadtwehrleiter Sven Engel (r.) besprach mit den Löschtrupps die Details der zuvor gelösten Aufgaben.

Am Ende des Ausbildungstages zeigte sich der Stadtwehrleiter mit dem Ergebnis zufrieden: „Die jährliche Ausbildung trägt Früchte, das richtige Verhalten wird von Jahr zu Jahr besser.“ Während die Stadt die Kosten für den Brandcontainer getragen habe, stellte der Förderverein der Feuerwehr Osterburg die Versorgung der Kameraden sicher.

Grundsätzlich sei die Ausbildung eine wichtige Voraussetzung, dass Feuerwehrmänner und -frauen ihre Einsätze erfolgreich abschließen und schadlos überstehen können, betonte der oberste Brandbekämpfer in der Einheitsgemeinde Osterburg. So ermöglichen die einsatznahen Voraussetzungen, mit denen die Übenden beispielsweise im Brandcontainer konfrontiert werden, einen Ausbildungsgrad, der die Sicherheit der Einsatzkräfte sowie die Rettungsmöglichkeit der vom Brand betroffenen Menschen wesentlich erhöht, weiß der erfahrene Kamerad Engel.

VON FRANK SCHUMANN

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