Keine akute Gefahr

Osterburg hat Wölfe im Blick: Abschuss der Tiere nach wie vor nicht zulässig

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Besonders in der Winterzeit nähern sich Wölfe Wohngebieten, da die Nahrung in ihrer gewohnten Umgebung dann knapp wird.

Osterburg – In der Hohen Garbe bei Wanzer wurden kürzlich fast zwei Dutzend Schafe und Ziegen höchstwahrscheinlich von Wölfen gerissen (AZ berichtete). In Osterburg hat es derartige Vorfälle in diesem Jahr bislang nicht gegeben.

Doch präsent ist das Thema in der Biesestadt schon länger. So gab es vor zwei Jahren einen Beschluss des Stadtrates, mit dem die Landesregierung zum Handeln aufgefordert wurde.

„Viel machen können wir als Stadt nicht“, gibt Bürgermeister Nico Schulz zu verstehen. „Wenn Tiere durch Angriffe von Wölfen zu Tode kommen, müssten die Betroffenen dies belegen und könnten anschließend auf Entschädigungen hoffen.“ Man werde mit Blick auf Vorfälle wie den in der Hohen Garbe wachsam sein, aber derzeit seien ihm in der Einheitsgemeinde Osterburg keine aktuellen Fälle bekannt, bei denen sich Wölfe nahe an Wohngebieten oder landwirtschaftlich genutzten Flächen bewegt haben. Daher gäbe es auch keine Pläne, in irgendeiner Form Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Torsten Werner, praktizierender Bio-Landwirt und derzeitiger Vorsitzender des Osterburger Stadtrates, erinnert sich an Probleme in Walsleben und Wolterslage, die es vor Jahren mal mit dem Wolf gegeben habe, wo mehrere Damhirsche und Mufflons in einem Gehege von einem Wolf gerissen wurden.

Darauf, ob es aktuell Orte in der Einheitsgemeinde Osterburg gäbe, in denen sich Wölfe bewegen, wollte der Landwirt sich nicht festlegen, allerdings meinte er auch: „Ich habe hier auch schon einen Wolf in freier Wildbahn gesehen. Sie sind hier.“

Mit dem für das gesamte Bundesland Sachsen-Anhalt zuständige Wolfskompetenzzentrum Iden ist in Sachen Wolf Kompetenz in der Altmark vorhanden. Auf dessen Einschätzung verlasse sich die Stadtverwaltung, wenn es um die Beurteilung möglicher Gefahren ginge. Im Frühjahr informierte eine Expertin im Rahmen eines Vortrages in der Bibliothek über den Umgang mit dem Wolf.

Gesetzgeberisch hat sich in jüngster Vergangenheit wenig getan. So wie es der Wanzeraner Schäfer Klaus Hildebrandt forderte (AZ berichtete), gibt es einen fast zweieinhalb Jahre alten Beschluss des Osterburger Stadtrates, in dem sich dafür ausgesprochen wird, Wölfe in das Jagdrecht aufzunehmen, um sie in Ausnahmefällen, wie etwa, wenn sie sich Menschen oder Nutztieren zu sehr nähern, zur Gefahrenabwehr abschießen zu dürfen.

VON TOBIAS HENKE

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