Engel: „Brauchen zeitnahe mehr Tanklöschfahrzeuge“

Osterburg: Wehren sitzen auf dem Trockenen

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Beim Feldbrand in Klein Rossau am Wochenende, wäre ein Tanklöschfahrzeug den Einsatzkräften gelegen gekommen.

Osterburg – Nach dem Feldbrand in Klein Rossau am Wochenende macht Osterburgs Stadtwehrleiter Sven Engel eines deutlich: Die Einheitsgemeinde benötigt dringend ein Tanklöschfahrzeug.

Kurzzeitig sei die Situation für die ehrenamtlichen Brandschützer äußerst brenzlich geworden.

Osterburgs Stadtwehrleiter Sven Engel.

„Wir fordern das schon seit Längerem, weil die Löschwasserversorgung in der Fläche nicht gegeben ist“, schildert Engel im Gespräch mit der AZ. Zwar seien weitere Löschfahrzeuge beantragt, ein Tanklöscher, welcher mehr als 3000 Liter Wasser fassen kann, sei allerdings nicht dabei, bedauert der Stadtwehrleiter. Dabei sei dieses Fahrzeug vor allem beim ersten Bekämpfungsversuch besonders wichtig. „Der Erstangriff muss sitzen, damit die Ausbreitung relativ schnell gestoppt werden kann.“ Auch die anderen Löschfahrzeuge bringen ein gewisses Fassungsvermögen mit. Doch bei 2500 Litern sei Schluss. Die Wehren müssten deshalb den Einsatzort oft verlassen, um nachzutanken. So werdekostbare Zeit verloren.

Das Land sei momentan bestrebt, die notwendige Einsatztechnik anzuschaffen. „Aber da soll wohl nur ein Fahrzeug pro Landkreis kommen. Der Bedarf ist natürlich viel höher“, sagt Engel. Grundsätzlich sei die Ausrüstung der Feuerwehren Sache der Kommune. Die Anschaffung der Technik wäre allerdings nicht günstig. Gut und gerne 300 000 Euro müssten für den größeren Wassertanker in die Hand genommen werden, weiß der Feuerwehrmann. Für die Einheitsgemeinde sei dies eine hohe Summe. „Aber letztendlich muss das Land Interesse daran haben, die Kommunen zu stärken“, hofft der Stadtwehrleiter darauf, dass der Brandschutz gemeinsam gestärkt werden könne.

Bei den Kameraden der Feuerwehren in Seehausen und Stendal sei solch ein Tanklöschfahrzeug übrigens vorhanden. Diese könnten in der Not auch angefordert werden. Immer ginge das aber nicht. „Die Gemeinden sind für sich selbst zuständig“, betont Engel. Vor allem während der trockenen Sommermonate treten immer wieder Brandereignisse parallel auf, da seien die Wehren auf ihre eigene Technik angewiesen und könnten manchmal nicht sofort zu den Nachbarn ausrücken, um dort zu helfen.

Bei Feldbränden wie dem am Samstag in Klein Rossau würden Einsatzkräfte dann beim Kampf gegen die Flammen mit Landwirten Hand in Hand arbeiten, um der Lage Herr werden zu können. Wegen des trockenen Klimas sieht Engel bereits Gefahr im Verzug. Der Hitzesommer 2018 sei keine Ausnahme. Auch werde mit Sorge registriert, dass die Pegelstände der Löschbrunnen fallen. „Es muss etwas passieren. Wir brauchen zeitnah mehr Tanklöschfahrzeuge.“

VON LAURA KÜHN

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