Seehausen und Osterburg wollen Vorhaben für Wassertourismus retten
 

Fördergeld in Aussicht

Seit 2016 wollen die beiden gemeinden die Einstiegshilfen bauen
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Die Verbandsgemeinde Seehausen und die Einheitsgemeinde Osterburg wollen insgesamt vier Einstiegshilfen an Biese und Aland schaffen.
  • Tobias Henke
    VonTobias Henke
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Einen erneuten Anlauf wollen die Verbandsgemeinde Seehausen und die Hansestadt Osterburg unternehmen, um die seit Jahren geplanten Einstiegshilfen für Kanufahrer entlang Biese und Aland doch noch Realität werden zu lassen. Grund für den Optimismus in beiden Verwaltungen ist ein neues Förderprogramm.

Osterburg  – „Es ist zurzeit noch nicht klar, wie hoch die Förderung sein wird. Bei einem Programm, das wir im Auge haben, ist eine Förderung von bis zu 95 Prozent möglich“, so Baumatsleiter Matthias Köberle. Das Vorhaben hatte sich zuletzt stark verteuert, sodass beide Kommunen Abstand von dem Vorhaben genommen hatten, da das Leader-Programm, das mit Mitteln des Landes und der EU finanziert wird, standardmäßig 75 Prozent an Fördersummen zur Verfügung stellt (die AZ berichtete). „Sollte die Förderung zustande kommen, muss für den Eigenanteil aber noch Platz im kommenden Haushalt geschaffen werden“, so Köberle.
Seehausens Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth (FW) sieht hier keine großen Schwierigkeiten: „Natürlich muss es dazu noch einen Beschluss geben, aber die Mittel waren ja schon für dieses Jahr eingestellt. Man könnte sie umwidmen.“ Es werde davon ausgegangen, dass die Kosten für das Vorhaben in dem Bereich sein werden, „wie wir es ursprünglich geplant haben“, so Kloth. Insgesamt 80 000 Euro wollten beide Städte für jeweils zwei Einstiegshilfen aufwenden, 25 Prozent davon hätten sie selbst tragen müssen. Als die Kosten auf mehr als das Doppelte stiegen, verzichteten Osterburg und Seehausen auf die für dieses Jahr geplante Umsetzung.
Osterburgs Einheitsgemeindebürgermeister Nico Schulz (FW) sieht sich am Beispiel der Einstiegshilfen bestätigt, dass die Kommunen unterfinanziert sind und es immer schwieriger wird, Vorhaben, die nicht zu den Pflichtaufgaben gehören, zu finanzieren. „Es kommt dann halt häufig vor, dass Kommunen Projekte nicht stemmen können, weil sie nicht in der Lage sind, den Eigenanteil zu stemmen.“ Hinzu kommt laut Schulz auch ein hoher bürokratischer Aufwand, um die Kriterien für die einzelnen Fördertöpfe zu erfüllen.
Einen Vorschlag, wie man Bürokratie abbauen könnte, hat Schulz auch: Ich würde mir wünschen, dass den Kommunen eine bestimmte Summe als Investitionspauschale zur Verfügung gestellt wird, statt das in jedem Einzelfall ein gesonderter Förderantrag gestellt werden muss. Dies würde laut Schulz die Kommunen beim Verwaltungsaufwand für Bauvorhaben deutlich entlasten. „Und ich bin mir sicher, dass jede Kommune verantwortungsvoll damit umgehen würde, wenn eine Pauschale gezahlt würde.“ Das Kanuprojekt wird nun frühestens 2022 Realität.
 

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