Ortsbürgermeister sieht bei Denkmal keinen Zeitdruck

Osterburger Spargelkunst köchelt länger

Das Spargeldenkmal im baden-württembergischen Schwetzingen steht vor dem Schloss.
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Spargeldenkmäler stehen in Deutschland einige. Ein in seinen Maßen ziemlich großes Exemplar findet sich im baden-württembergischen Schwetzingen.
  • Marco Hertzfeld
    vonMarco Hertzfeld
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Die Pläne für ein Spargeldenkmal in Osterburg sind nicht gestorben, eine Umsetzung braucht aber Zeit. In der Altmarkstadt arbeitete einst Spargelpionier August Huchel. Alljährlich findet ein Spargelfest statt.

Osterburg – So ganz knackig und frisch scheint die Idee manchem nicht mehr. „Aber immer noch gut und überaus reizvoll“, meint Klaus-Peter Gose und lächelt milde. „Spätestens im zweiten Quartal 2024 steht das Denkmal“, kündigt der Ortsbürgermeister im Gespräch mit der AZ an. Osterburg will nach wie vor in besonderer Weise an seinen Spargelpionier August Huchel erinnern. Vor mehr als zwei Jahren gingen Gose und Mitstreiter mit dem Vorhaben das erste Mal größer in die Öffentlichkeit. „Zeitdruck haben wir uns auch nie ausgesetzt“, erinnert der Altmärker gelassen. Schließlich solle das kunstvolle Bronzeteil auch ein echter Hingucker werden und einige Generationen stehen bleiben.

Kosten liegen bei 25.000 Euro

Nach einigem Hin und Her setzen die Initiatoren wieder allein auf die Familie Hann in Brandenburg. In der Kunstgießerei im Landkreis Märkisch-Oderland soll das Denkmal entstehen. Weiterhin oder wieder könnte es auf ein Ensemble aus Spargelplatte samt Edelgemüse und einem Menschen hinauslaufen. „Wir sind da weiterhin in einem Findungsprozess“, sagt Gose. Erst vor gut 14 Tagen habe es erneut ein Gespräch gegeben. „Bei einer größeren Ausführung mit Figur liegen die Kosten bei 25.000 Euro.“ Natürlich spiele es auch eine Rolle, wann die Huchelfreunde das Geld zusammenhaben. Das Projekt soll möglichst aus der Bevölkerung und aus dem lokalen Unternehmertum wachsen.

Spätestens 2024 soll die Bronze stehen

Die Idee entwickelt und vorangetrieben habe nicht zuletzt Thorsten Schulz, Ratsmann und Chef des Wirtschaftsinteressenringes. Überhaupt stehe der gesamte Ortschaftsrat hinter dem Projekt, versichert Gose. Und insbesondere Spargelbauern aus der Region hätten bereits ihre Unterstützung signalisiert. Der Ortsbürgermeister sieht das Denkmal auf einem guten Weg. „Eines sollte es nie geben, eine Büste wie aus der Stalinzeit, das sollte man Huchel nicht antun. Es muss etwas Kreatives und Zeitloses entstehen, was auch Touristen anspricht.“ Ein Platz im Norden der Stadt trägt bereits den Namen des Spargelvaters, dort soll auch das Denkmal hin. Zudem erinnert eine Metalltafel vor Huchels einstigem Wohnhaus an der Wallpromenade an ihn.

Im August vor 92 Jahren wurde die Deutsche Spargelhochzuchtgesellschaft in Osterburg gegründet, im Oktober 2021 jährt sich Huchels Geburtstag zum 132. Mal. Der gebürtige Seehäuser Gose (parteilos), dessen dritte Amtszeit 2024 endet, kennt diese Daten und mehr. Die Spargelsaison 2021 hat begonnen. Dass das jährliche Stadt- und Spargelfest im Mai nun coronabedingt ein zweites Mal nicht über die Bühne gehen kann, findet der 70-Jährige „schon fast dramatisch“. Eine Hintertür lassen sich die Osterburger offen, es könnte später gefeiert werden. „Wir könnten es Herbstfest nennen oder wie auch immer. Irgendwas muss es geben, die Leute sind hungrig danach.“

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