Wasserverbands-Geschäftsführer Dieter Schröder tritt in den Ruhestand

Osterburg: Der Kapitän geht von Bord

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Zum Abschied gab es eine Urkunde für Dieter Schröder (5.v.r.), der erst vor Kurzem sein 25-jähriges Dienstjubiläum feierte und in diesem Jahre 70 Jahre alt geworden ist.

Osterburg – „Dass Mitarbeiter in den Ruhestand verabschiedet werden, ist etwas Alltägliches, aber wir haben zum ersten Mal unseren Chef in den Ruhestand verabschiedet“, sagte Petra Tesching, Abteilungsleiterin Abwasser beim Wasserverband Stendal-Osterburg, anlässlich der feierlichen Verabschiedung von Geschäftsführer Dieter Schröder, der dem Verband noch bis Jahresende erhalten bleibt.

Der künftige Ruheständler, der gerade sein 25-jähriges Dienstjubiläum beim Verband feierte, gab das ihm vielfach zuteil kommende Lob sogleich zurück.

„Es sind nicht die Firmen, Verbände oder Organisationen, die etwas erreichen, sondern immer die Mitarbeiter, die das schaffen.“ Schröder hatte den Posten in stürmischen Zeiten übernommen. 1999 war eine teilweise Entschuldung nötig gewesen, um den Verband wieder auf Kurs zu bringen.

Gerhard Borstell, langjähriger Bürgermeister in Tangerhütte, berichtete von „feurigen Verbandsversammlungen“. Während heute acht Städte und Gemeinden Mitglied im Verband sind, waren es früher mal 116. „Dieter Schröder hat eine einvernehmende Art mit Menschen umzugehen, das war auch so, als wir mehrfach in Magdeburg bei verschiedenen Ministerien waren“, führte er aus. Nico Schulz, Einheitsgemeindebürgermeister in Osterburg und Vorsitzender der Verbandsversammlung wählte ebenfalls eine Analogie zur hohen See: „Er hat das Ruder herumgerissen“, so Schulz bei seiner Würdigung der Verdienste Schröders.

Seit Schröder die Geschäftsführung innehatte, wurden insgesamt 170 Millionen Euro investiert. „Bei solchen Summen wird einem in unseren kleinen Gemeinden sonst eher schwindelig, verdeutlichte Schulz die Verdienste Schröders. Beim Trinkwasser wurde inzwischen ein Anschlussgrad an das Netz des Verbandes von annähernd 99 Prozent erreicht, während es vor 25 Jahren 80 Prozent waren.

Sein Verhandlungsgeschick beweist Schröder, der aus dem Sauerland stammt, und in Krumke seinen Lebensabend verbringen möchte, auch in den letzten Tagen seiner Amtszeit. Am 19. Dezember wird dem Verband ein Scheck über mehr als drei Millionen Euro über Förderzusagen für die nächsten Jahre übergeben. Sein Nachfolger Matthias Ploewka übernimmt eine gemachte Wiese. Weinliebhaber Schröder wird künftig mehr Zeit für seine Familie und seine Hobbys haben. Von der Belegschaft gab es einen Weinkühlschrank zum Abschied.

VON TOBIAS HENKE

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