Ausbau beginnt

Osterburg: Glasfaserleitungen werden ab Januar gelegt

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Andreas Kluge (M.) zeigte Nico Schulz (r.) eine App, mit der sich Bürger informieren können. Ronald Haag (l.) ist Projektleiter beim Zweckverband.

Osterburg – Es ist eine gewaltige Aufgabe, die sich der Zweckverband Breitband Altmark (ZBA) auf die Fahnen geschrieben hat. Die gesamte Altmark soll mit schnellem Internet erschlossen werden.

Gestern hat Andreas Kluge, Geschäftsführer des Zweckverbandes gemeinsam mit Ronald Haag, Leiter für das sogenannte Projektgebiet 1, in dem auch Osterburg liegt, gemeinsam mit Bürgermeister Nico Schulz über den aktuellen Stand informiert.

„Man muss sich das so vorstellen, wie wenn Sie ein komplettes Wassernetz neu verlegen“, verdeutlichte Kluge die Mammutaufgabe, der sich der Verband widmet, bei dem es sich um einen kommunalen Zweckverband handelt, der dort schnelle Internetleitungen errichten möchte, wo der private Markt versagt. Seit Ende August sind die Planer mit der Vorbereitung der Umsetzung des Baus des Glasfaserbreitbandnetzes beschäftigt, und schon im ersten Quartal 2020 soll mit dem Bau der Anschlüsse begonnen werden. Bevor mit dem Bau losgelegt wird, gibt es noch ein oder mehrere Informationsveranstaltungen für die Bürger.

Es können noch Vorverträge für einen gewünschten Anschluss abgeschlossen werden. „Ganz wichtig zu wissen ist hierbei, dass die Leitungen an das Haus durch uns finanziert werden. Den Bürgern entstehen hier keinerlei Kosten für den Anschluss“, so Kluge. Bis einen Monat vor dem Baustart können sich Interessenten beim Zweckverband melden.

Nicht jeder Haushalt kann über den Zweckverband Breitband Altmark an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Grund ist, dass es eine Schwelle von 30 Megabit pro Sekunde gibt. Wer diese Geschwindigkeit erreicht hat oder darüber liegt, kann nicht angeschlossen werden. Auf der Internetseite des Verbandes unter www.breitband-altmark.de kann jeder prüfen, ob er an das Netz angeschlossen werden kann oder nicht. Aufbauend auf den Vorarbeiten des ZBA werden nun die Standorte für die Nahbereichsverteiler (NVT) und Technologiestandorte (POP= Point of Presence) festgelegt. Im „Projektgebiet 1“, zu dem auch die Einheitsgemeinde Osterburg gehört, sind insgesamt 159 NVT-Standorte beantragt, wovon in zwischen 27 genehmigt wurden. Alleine auf die Hansestadt Osterburg entfallen 37 Genehmigungsverfahren. „Wir hoffen, dass wir die Genehmigungen schnell erhalten, damit wir mit dem Bau der Leitungen beginnen können“, so Ronald Haag.

Das Investitionsvolumen beträgt insgesamt 170 Millionen Euro, die der Verband in die Hand nimmt, um das Glasfasernetz in der gesamten Altmark auszubauen. Die derzeitige Grenze von 30 Megabit pro Sekunde könnte bald fallen, sodass auch Haushalte an das Netz angeschlossen werden können, die bislang ein sogenannter „Schwarzer Fleck“ waren, was bedeutet, dass sie über der Schwelle lagen und bislang nicht angeschlossen werden konnten. „Am liebsten wäre es mir, wenn es gar keine Grenze mehr gäbe und jeder Haushalt entscheiden könnte, ob er angeschlossen werden möchte“, so Bürgermeister Schulz. Es gibt Signale, dass die Grenze auf 100 M/bit im Upload und im Download gesetzt wird. Das würde bedeuten, dass sich der Kreis der Haushalte deutlich erhöht, den wir mit schnellem Internet versorgen können“, so Kluge. Bislang hätten sich rund 40 Prozent für einen Anschluss durch den ZBA entschieden.

VON TOBIAS HENKE

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