Osterburg diskutiert über wildes Parken und Konflikte

Nach dem Übergriff auf einen Politeur: „Drohen einem gar mit der Faust“

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Mitarbeiter eines Ordnungsamtes bewegen sich in einem konfliktbeladenen Bereich. Zahlreiche deutsche Städte verfügen über Politessen beziehungsweise Politeure. Allesamt überwachen sie den sogenannten ruhenden Verkehr und verteilen Strafzettel.

Osterburg. Nach der handfesten Auseinandersetzung zwischen dem Politeur der Stadt und einem Falschparker sind die genauen Umstände noch unklar.

Nico Schulz, der Bürgermeister der Einheitsgemeinde, hat nach seiner Rückkehr aus Osterburgs polnischer Partnerstadt Wielun erst gestern früh von dem Vorfall erfahren. „Ich bin entsetzt und erschüttert über so eine Tat. “ Zur Schwere der Verletzungen könne und wolle er nichts sagen. „Der Mitarbeiter des Ordnungsamtes hat sich in medizinische Behandlung begeben. Ob er diese Woche wieder seinen Dienst aufnehmen kann oder erst in einiger Zeit, ist noch nicht absehbar“, so Schulz im Gespräch mit der AZ. Die Stadt hat bei der Polizei Anzeige erstattet, das Verfahren läuft (die AZ berichtete).

Zum Tathergang hält sich auch Polizei-Sprecher Marco Neiß bedeckt. Fest steht: Am Montag gegen 12.50 Uhr standen sich Kontrolleur und Verkehrssünder an der Kirchstraße, Ecke Naumannstraße, gegenüber. Die Situation eskalierte, es blieb nicht bei einer verbalen Auseinandersetzung. Der mutmaßliche Schläger, ein 46-jähriger Osterburger, ist für die Polizei kein Unbekannter, er fiel bereits in einem anderen Zusammenhang auf. Für Neiß spiegelt der Vorfall auch ein grundsätzliches Phänomen wider: „Ich bin mir sicher, dass Politessen und Politeure in ihrer täglichen Arbeit regelmäßig verbalen Anfeindungen ausgesetzt sind.“

Der Vorfall löste bereits im Ortschaftsrat am Montagabend Kopfschütteln aus. Mario Grünwald, Regionalbereichsbeamter der Polizei, hatte den Kommunalpolitikern von den Ereignisse berichtet. Für Wolfgang Tramp (Linke) hat die Stadt ein generelles Problem mit wildem Parken. „Wenn man die Leute darauf anspricht, wird man beschimpft oder sie drohen einem gar mit der Faust.“ Die Polizei möge sich doch bitte verstärkt den Falschparkern annehmen. Der einzige Knöllchenverteiler der Stadt habe selbst im gesunden Zustand nun einmal nicht rund um die Uhr Dienst. Grünwald notierte sich die Bitte. In den Streifendienst aufgenommen sei übrigens das neu gestaltete Biesebad. Mutwillige Zerstörungen soll es dort in Zukunft nicht mehr geben. Und auch den August-Hilliges-Platz will die Polizei nach dessen Sanierung verstärkt im Auge behalten.

Von Marco Hertzfeld

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