Projekt nimmt Fahrt auf

Osterburg: Ausschussmitglieder des Landtages informieren sich über Vogelradar

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Interessiert verfolgten die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Energie des Landtages in Sachsen-Anhalt und Osterburgs Bürgermeister Nico Schulz (CDU, 2.v.l.) die Ausführungen von Fabian Schwarzlose (r.). 

Osterburg – Es ist ein Pilotprojekt, der „Birdview“, ein System, das in einem Windpark in Osterburg seltene Vögel erkennen soll, sodass im Notfall die Windkraftanlage abgeschaltet wird. (AZ berichtete).

Gestern haben sich etliche Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Energie des Landtages in Sachsen-Anhalt zunächst bei einem Vortrag im Saal der Osterburger Stadtverwaltung und anschließend bei einer Vorortvorführung ein Bild von dem System gemacht.

„Bird View war Teil des Genehmigungsverfahrens“, erläutert Fabian Schwarzlose von einem Stendaler Ingenieurbüro, das den Bau dreier Windräder in der Nähe von Storbeck umsetzt, für die der Vogelradar relevant ist. Ohne einen funktionierenden Vogelradar hätte es demnach die geplanten drei Windräder gar nicht gegeben. Das System wird derzeit mit vielen Daten gefüttert. Auf einem Monitor zeigt Schwarzlose mehrere Punkte, bei denen es sich um Vögel handelt. „Wenn es voll funktionsfähig ist, dann kann am Flügelschlag erkannt werden, um was für einen Vogel es sich handelt. Ist es beispielsweise ein geschützter Rotmilan, wird die Anlage innerhalb von 20 bis 30 Sekunden abgeschaltet. Der aus Klötze stammende Vorsitzende des Ausschusses, Jürgen Barth (SPD), wünscht sich einen Erfolg des Systems. „Bei vielen Bürgern und auch Ornithologen hat die Windkraft keinen guten Ruf. Systeme wie das hier können dafür sorgen, dass die Akzeptanz vielleicht wieder etwas steigt.“

Auch sei es im Einzelfall denkbar, dass bei Nutzung des Birdviews auf einer Fläche ein oder zwei Windräder mehr stehen können, als unter den derzeitigen gesetzgeberischen Bedingungen. Bislang ist es so, dass der Horst des Rotmilans mindestens 1500 Meter von dem nächsten Windrad stehen muss. Je nachdem, wie gut das System funktioniert, sei es möglich, diesen Abstand zu verringern, wenn der Vogel nicht gefährdet werde.

VON TOBIAS HENKE

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