Anzeige nach kurzer Blockade

Osterburg: Anwohner der Kastanienallee sehen Bäume durch Fahrzeuge gefährdet

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Christiane Lukas, Sandra Matzat, Romana Starbatty, Carsten Cammrad und Dietmar Starbatty (von links) eint die Sorge, dass die Kastanienallee tatsächlich als Baustellenzufahrt genutzt werden könnte.

Osterburg – Die Fronten sind verhärtet. Auf der einen Seite stehen die Anwohner der Kastanienallee und auf der anderen Seite das zuständige FEFA-Planungsbüro, dass den Auftrag hat, drei Windkraftanlagen zu bauen (AZ berichtete).

Nun erreichte die Konfrontation gestern einen neuen Höhepunkt.

Anwohner Carsten Cammrad blockierte kurzerhand mit seinem PKW die Kastanienallee, um dagegen zu protestieren, dass trotz Waldbrandstufe fünf weiterhin ungehindert Baustellenfahrzeuge den Weg passieren. Andreas Van De Valk schloss sich ihm an. „Die Blockade hat etwa eine Stunde gedauert. Es hat nicht lange gedauert, dann war die Polizei hier“, erzählt Cammrad.

„Wir waren bei der Polizei in Osterburg, doch die sieht sich nicht zuständig“, ergänzt Van De Valk. Grund sei, dass eine mögliche widerrechtliche Benutzung der Allee eine Ordnungswidrigkeit und keine Straftat darstelle.

Was fast alle Anwohner in der Straße eint, ist nicht nur die Sorge um die alten Bäume, sondern auch der Verlust von Lebensqualität aufgrund der vielen Fahrzeuge, die schon seit Monaten unterwegs sind. „Wer ersetzt uns die Reinigung der dreckigen Fassaden?“, fragt Christiane Lukas, Anwohnerin der Kastanienallee. Teilweise hätten sie und ihr Mann kaum draußen sitzen könne, weil es so gestaubt habe. „Ich wohne hier zwar nicht, aber meine Eltern. Deshalb bin ich auch betroffen“, ergänzt die Dobbrunerin Sandra Matzat.

Eine Wasserdurchlässigkeit ist nicht zu erkennen.

Sollte die Windkraftanlage wie geplant gebaut werden, sei die Allee nicht mehr zu retten, sind sich die meisten Anwohner einig. Ein Grund für die Skepsis ist, dass es sich bei dem verwendeten Straßenbelag, der bereits jetzt aufgetragen wurde, nicht, wie eigentlich vorgeschrieben, um ein wasserdurchlässiges Fräsgranulat handelt, sondern um Asphalt. „Da versickert nichts“, meint Anwohner Dietmar Starbatty. Eine der Folge könnte daher sein, dass die Wurzeln der Kastanien unter dem Belag zerstört werden.

Um den Verdacht, dass der Belag nicht wasserdurchlässig ist, zu erhärten, wurde gestern vor Ort ein Testlauf mit einem Eimer Wasser vorgenommen. Das Wasser floss die Straße entlang, statt sofort zu versickern, wie es normalerweise der Fall sein müsste. Hier scheint ein Verstoß gegen umweltrechtliche Auflagen vorzuliegen.

VON TOBIAS HENKE

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