Orts-Chef Jesse möchte Walsleben in bundesweiten Wettkampf führen

Ein Dorf und die Zukunft: „Können uns sehen lassen“

+
Willkommen in Walsleben! In der Osterburger Ortschaft samt Uchtenhagen leben momentan gut 400 Menschen. Walsleben ist eines der größeren Dörfer der Einheitsgemeinde. Der Ort hat einen Kindergarten und eine Gaststätte. Keine Selbstverständlichkeit.

Walsleben. „Wir können uns doch absolut sehen lassen“, meint Ernst Jesse, der Ortsbürgermeister.

Walsleben habe gerade in den Jahren nach der politischen Wende trotz aller Schwierigkeiten eine so gute Entwicklung genommen, dass sich eine Beteiligung am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ sicherlich lohnen würde. Der Ostaltmärker möchte bei der Sitzung des Ortschaftsrates am Dienstag für eine Teilnahme der Osterburger Ortschaft werben. „Ich würde mich über Rückenwind aus dem Rat und von den Bürgern freuen“, sagt Jesse der AZ. Der Erfolg Tylsens könnte dabei Ansporn sein. Die Westaltmärker haben beim Dorf-Wettstreit auf Bundesebene in dieser Woche Bronze geholt (die AZ berichtete).

Erika Zier, zwei Jahre lang Ortsbürgermeisterin, sieht ihr Heimatdorf ebenfalls auf einem guten Weg. „Wir haben eine Menge erreicht, Straßen gebaut, Leitungen verlegt. Walsleben bedeutet aber auch: Traditionspflege und Fußball, beides wird bei uns großgeschrieben.“ Ob das schon für eine aussichtsreiche Bewerbung reicht, wisse sie nicht. Am Dienstag möchte Zier im Ortschaftsrat mehr zum Thema wissen. Ratskollege Dr. Ringhard Friedrich freut sich ebenfalls schon auf die Zusammenkunft, um Jesses genaue Beweggründe zu erfahren. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus. Die Zusammenkunft ist öffentlich.

Der 25. Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ 2014 – 2016 startet in diesen Tagen mit den Kreis-Runden. Das passende Anmeldeformular steht im Internet unter: www.landkreis-stendal.de. Es muss ausgefüllt bis 31. März beim Landkreis Stendal, Wirtschaftsförderung, Arneburger Straße 24, in Stendal, eingereicht sein. Unter Tel. (03931) 607883 gibt es weitere Informationen und Hilfe bei der Antragstellung. Der Landkreis wird eine Kommission berufen, die voraussichtlich noch im ersten Halbjahr die Bewerber bewertet. Alle teilnehmenden Dörfer erhalten eine Urkunde. Die ersten drei Sieger des Kreiswettbewerbs werden bei einer Festveranstaltung im Rahmen des Steinfelder Bauernmarktes mit einer Geldprämie geehrt. Und: Unabhängig von einer Platzierung beim Kreiswettbewerb werden alle Orte, die eine qualifizierte Bewerbung eingereicht haben, zum Landeswettbewerb gemeldet.

„Bewertet werden Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen, soziale und kulturelle Aktivitäten, Baugestaltung und Siedlungsentwicklung, Grüngestaltung sowie das Gesamtbild des Ortes“, erklärt Sebastian Stoll, der Zweite Beigeordnete im Landkreis Stendal. Nicht allein das äußere Erscheinungsbild sei wichtig und ausschlaggebend. „Im Mittelpunkt stehen vor allem die Aktivitäten der Menschen, die ihre Heimat liebens- und lebenswert machen. Es soll deutlich werden, welche Ziele sich die Bevölkerung für ihr Dorf gesetzt hat, und wie diese umgesetzt wurden nach dem Motto: ,Was wollen wir – Was haben wir erreicht – Was ist noch zu tun?’“

Von Marco Hertzfeld

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare