Für den schönsten Tag im Leben

Orpensdorfer Gotteshaus wird für Hochzeitskirche auf Vordermann gebracht

Pfarrer Norbert Lazay informiert sich laufend über den Stand der Bauarbeiten. Er hatte auch die Idee zur Hochzeitskirche. Fotos: Westermann
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Pfarrer Norbert Lazay informiert sich laufend über den Stand der Bauarbeiten. Er hatte auch die Idee zur Hochzeitskirche.

Orpensdorf – Seit mehr als fünf Jahren ist Pfarrer Norbert Lazay bemüht, die Rokoko-Kirche in der Osterburger Ortschaft Orpensdorf zu einer Hochzeitskirche zu etablieren.

Zwei derartige Gotteshäuser sind dem Verkünder von Gottes Wort auf Erden nur im Erzgebirge und im Harz bekannt.

Auf dem Weg zur Hochzeitskirche wird das Dach des Orpensdorfer Gotteshauses neu eingedeckt.

Doch bisher war die Kirche für den schönsten Tag im Leben nicht geeignet. Unter anderem bröckelte der Putz und das Dach war undicht, sodass Feuchtigkeit eindrang. Über Leader-Förderung, Kirchenmittel und Geld aus dem Lotto-Toto-Topf konnte im vergangenen Jahr die dringend nötige Dachsanierung in Angriff genommen werden, die ursprünglich schon im vergangenen Monat Juli abgeschlossen sein sollte. Aufgrund des widrigen Wetters im Februar und März stockten die Bauarbeiten. Nachdem das Dach abgetragen war, stellten Fachleute fest, dass die hölzernen Sparrenköpfe schadhaft sind und ausgetauscht werden mussten. Das alles führte zu Verzögerungen. Lazay beantragte eine Verlängerung der Maßnahme, die bis 30. November gewährt wurde. Die Gesamtkosten sind mit 160 000 Euro veranschlagt. „Doch mit dieser Summe werden wir nicht hinkommen“, schätzt der Pfarrer angesichts der nicht vorhergesehenen Arbeiten ein.

Die nächste Leader-Förderphase läuft dann aber erst ab nächstes Jahr. Lazay will erneut einen Antrag stellen, um auf dem Weg zur Hochzeitskirche den „Rest zu erledigen“. Damit meint er die Sanierung der Kirchenmauer an der Straße und Arbeiten im Innern des Gotteshauses.

Die Rokoko-Kirche in den Farbtönen rosa, grün weiß und golden wurde im Jahr 1747 nach den Plänen des Berliner Baubeamten und Architekten Friedrich Wilhelm Diterichs errichtet, der drei Jahre zuvor in Orpensdorf mit Anna Katharina Kraatz den Bund der Ehe einging und später in der Gruft der Kirche die letzte Ruhestätte fand. Diterichs galt als bedeutender Architekt seiner Zeit und war unter anderem am Bau des Schlosses Sanssouci in Potsdam beteiligt. Ferner schuf er die Gruft für Friedrich den Großen, auch bekannt als „Alter Fritz“.

Um das Orpensdorfer Gotteshaus als Hochzeitskirche über die altmärkischen Grenzen hinaus bekannt zu machen, will Lazay für das sakrale Gebäude auf Hochzeitsmessen werben. Er denkt auch über die Erstellung Info-Faltblatts nach. VON THOMAS WESTERMANN

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