Ökologische Bauweise kennen lernen

Aus Spanien, Hawaii, Frankreich, Belgien, Tschechien, Russland und der Ukraine kommen die Teilnehmer des internationalen Sommercamps, die sich derzeit auf dem Flusshof in Räbel aufhalten.

Räbel - Von Jörg Gerber. Buntes Treiben derzeit auf dem Flusshof in Räbel. Bei der Sportakademie Altmark werden auf der einen Seite Kinder in einem Wochencamp beschäftigt, auf der anderen Seite sind es internationale Gäste, die in einem Arbeitscamp andere Sitten und andere Kulturen kennen lernen. Zwölf Teilnehmer hat dieses internationale Camp, welches zum zweiten Mal ausgerichtet wird. Ebenfalls mit zwölf Teilnehmern läuft parallel dazu ein Kindercamp.

Mit natürlichen Baustoffen wurde der Flusshof in Räbel in den vergangenen Monaten und Jahren saniert. Lehmputz, Holz und Naturstein sorgen in Verbindung mit modernster ökologischer Haustechnik für das Wohlbefinden der Gäste. Bewegung, gesunde Ernährung und Ruhe ermöglichen in einzigartiger Natur ein stimmungsvolles Angebot, so Dag Schaffarczyk, der sich um seine vielen Gäste kümmert.

„Der Flusshof bietet eine Pause, die Anregungen für den Alltag geben kann. Hier geht es um Werte, die ihre Gültigkeit behalten und auch in Zukunft nachvollzogen werden können. Diese Werte betreffen uns – Gesundheit, Zeit und Umwelt – mit dem Ziel größtmöglichen Wohlbefindens“, sagt er gegenüber der AZ.

Dabei diese Werte kennen zu lernen sind derzeit Gäste aus Russland, der Ukraine, aus Tschechien, Belgien, Frankreich, Spanien und Hawaii. Nach dem vergangenen Jahr ist es das zweite internationale Jugendcamp, zu dem sich in Räbel getroffen wird. Die Teilnehmer lernen dabei die ökologische Bauweise mit Naturbaustoffen kennen oder sie sind dabei anzutreffen, wie sie Streuobstwiesen anlegen. Dazu gibt es jede Menge Informationen über den effizienten Umgang mit regenerativen Energien – natürlich an praktischen Beispielen. So besitzt der Flusshof nicht nur eine moderne biologische Kläranlage, die Energiegewinnung erfolgt ausschließlich aus regenerativen Quellen, Photovoltaik, -thermie, Pellets, Hackschnitzel und Stückgut sorgen für Licht und Wärme.

Sechs Stunden am Tag beschäftigen sich die internationalen Gäste von Dag Schaffarczyk selbst. „Sie organisieren sich selbst, wir brauchen uns um nichts kümmern“, so der Gastgeber. Bei den derzeitigen Temperaturen wird von 8 bis 12 Uhr und von 16 bis 18 Uhr gearbeitet. Anschließend wird gebadet, es werden Ausflüge in die nähere Umgebung unternommen und es wird sich ausgetauscht. Da prallen schon Extreme aufeinander. Totale Gegensätze, wenn der Student aus der Ukraine berichtet oder der Jungingenieur aus Amerika. Eines klappt aber immer – Themenabende. Jeder stellt sich mal hin und kocht für die anderen. Natürlich gibt es dann die Spezialitäten, wie sie zu Hause auf den Tisch kommen.

Bei der vielen Arbeit bleibt aber auch noch Zeit für mehrere Ausflüge. Seehausen, Havelberg, Berlin und Potsdam wurde besucht und es gab auch eine gemeinsame Kanutour auf der Elbe.

Zwölf Teilnehmer hat das internationale Sommercamp in diesem Jahr. Normalerweise gehört auch ein Campleader dazu. Dieser hatte aber kurzfristig absagen müssen. So haben die Teilnehmer, die zwischen 19 und 45 Jahre alt sind, die Organisation in die eigenen Hände genommen.

Nicht in die eigenen Hände übernommen wurde ein Kindercamp, welches parallel zu diesem Jugendcamp läuft. Auch da sind es zwölf Teilnehmer, allerdings im Alter zwischen acht und 14 Jahre. Die Teilnehmer kommen hauptsächlich aus Berlin, aber auch aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

Beim Besuch der AZ konnten die Kinder den Berliner Gerhard Wiedemann begrüßen. Nach einem gemeinsamen Frühstück ging der Berliner mit seinen kleinen Schützlingen an die bereits aufgestellten Hobelbänke. Für jedes der Kinder hatte er einen gedrechselten Stab mitgebracht. Mit geschickten Händen und vor allem mit der fachlicher Anleitung von Gerhard Wiedemann konnten sich die Kleinen einen eigenen Bogen bauen. Nach getaner Arbeit gab es umfangreiche Informationen zum sicheren Umgang mit diesem Gerät und natürlich brachte er den Kleinen auch die sichere Handhabung damit bei. Reges Treiben auf dem Flusshof in Räbel – und das nicht nur bei den jetzigen Temperaturen. Vor allem Weihnachten und Sylvester sind die Renner bei den Gästen, so Dag Schaffarczyk. Lange ist alles ausgebucht.

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