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„Notgedrungen entscheiden“

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Die Fotos der Flessauer Erstklässler werden auch künftig vor dem alten Gebäude gemacht: Ein Neubau ist weiter angedacht, aber steht auf der Prioritätenliste nicht ganz oben. Foto: Archiv/cz

Osterburg. Der Neubau der Grundschule Osterburg soll so saniert werden, dass weniger Energie verbraucht wird, im Altbau gilt es den Kellerbereich sowie die alten Toiletten auf Vordermann zu bringen, und in der Kindertagesstätte „Jenny Marx“ steht neben energetischen Maßnahmen der Brandschutz im Mittelpunkt – diese Projekte sollen so schnell wie möglich angesprochen werden.

Und zwar im Rahmen des Förderprogrammes Stark III. Dafür sprach sich der Osterburger Hauptausschuss am Donnerstagabend nach langer Diskussion aus und machte sich die Entscheidung nicht leicht.

Denn auch für die Grundschule Flessau wurde ein Antrag gestellt. Da sich das Gebäude allerdings nur mit einem enormen Aufwand energetisch sanieren lässt und für die künftige Entwicklung zu groß ist, wird ein Neubau favorisiert. Das Problem: Osterburg kann trotz der Förderung wohl nur den Eigenanteil für zwei der drei Anträge aufbringen. „Ansonsten wäre das finanzielle Risiko zu groß“, meinte Bürgermeister Nico Schulz und unterstrich weiter: „Wir wollen die Grundschule Flessau erhalten, müssen aber notgedrungen entscheiden.“

Schnell wurde klar, dass bei dieser Abstimmung die Bildungsstätten in der Hansestadt sowie in Flessau im Mittelpunkt stehen. Dazu gab es Zahlen von Kämmerer Detlef Kränzel. Für den Neubau im Osterburger Ortsteil wären insgesamt rund 1,9 Millionen Euro nötig, für die Umsetzung der Pläne in der Grundschule an der Hainstraße etwa 820 000 Euro. Die Förderung beträgt maximal 75 Prozent, wobei die Mehrwertsteuer nicht dazu zählt. Heißt: Der Eigenanteil der Einheitsgemeinde wächst dadurch an. Damit sich die Kommune finanziell nicht übernimmt, gibt es vom Hauptausschuss die Empfehlung, Flessau zu einen späteren Zeitpunkt in Angriff zu nehmen. Wie Nico Schulz betonte, soll das Förderprogramm mehrere Jahre laufen.

Kaum Gesprächsbedarf gab es bei der Kindertagesstätte „Jenny Marx“. Um die Brandschutzauflagen zu erfüllen, waren bereits Gelder im Haushalt eingestellt worden. Und zwar 217 500 Euro. Wenn diese auf 224 725 Euro erhöht werden, wäre damit der Eigenanteil für den gestellten Förderantrag Stark III gesichert. Und das mit dem Vorteil, dass sich die Gesamtinvestition auf 607 000 Euro erhöht. Das letzte Wort hat der Stadtrat. Aber egal wie sich die Kommunalpolitiker in Sachen Stark III entscheiden, die Einheitsgemeinde muss in nächster Zeit für beide Grundschulen Geld in die Hand nehmen. Denn für die Einrichtung in Flessau wurden Brandschutzauflagen gestellt (AZ berichtete). Dazu zählt zum Beispiel der Einbau von speziellen Türen, die im Ernstfall Rauch nicht durchlassen. Und in der Osterburg Grundschule ist ein Toilettenbereich inzwischen so alt und abgenutzt, dass er für die Kinder kaum noch zumutbar ist. Für die Kommunalpolitiker gilt es abzuwägen, welches Objekt komplett auf Vordermann gebracht werden soll. Für die andere Einrichtung würde dies bedeuten, dass nur schrittweise vorgegangen werden kann.

Von Christian Ziems

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