Neues Buchprojekt „Das Wissen der Region“ zur Geschichte Osterburgs / Aufruf zur Mitwirkung

„Niemand soll vergessen werden“

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Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Ahrend (r.) bedankt sich bei Dr. Wolfgang Haacker und Bärbel Conrad vom Kulturförderverein „Östliche Altmark“. Der fünfte Band soll im Sommer 2019 erscheinen und die Einheitsgemeinde Osterburg vorstellen.

Erxleben. Zum ersten Senioren-Nachmittag des neuen Jahres im Erxlebener Dorfgemeinschaftshaus konnte Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Ahrend zwei Gäste mit einem speziellen Vorhaben und einer besonderen Mission begrüßen: 

Dr. Wolfgang Haacker als Projektbeauftragter und Lektorin Bärbel Conrad stellten den knapp 30 anwesenden Frauen und Männern die vom Kulturförderverein „Östliche Altmark“ herausgegebene Buchedition „Das Wissen der Region“ vor. Nach den bereits erschienenen vier Ausgaben begann jetzt nämlich die Vorbereitung für den fünften Band. Und dieser widmet sich der Einheitsgemeinde Osterburg – ihren Menschen, ihren Besonderheiten und auch ihrer Geschichte.

Über das Projekt wollen Dr. Haacker und Conrad in allen elf Ortschaften der Einheitsgemeinde informieren. Vor allem aber wollen sie zum Mitmachen animieren – Zeitzeugen von gestern und heute gewinnen. Zum Auftakt der Informationstour blickte Dr. Haacker in Erxleben auch in die Historie des Buchprojekts, dessen Idee kurz nach der Jahrtausendwende von vier Akteuren im Kulturförderverein „Östliche Altmark“ geboren wurde. Nach einiger Zeit der Vorbereitung erschien 2007 der erste Band über Arneburg, Goldbeck, Werben und Umland. Das rund 200-seitige Buch sei inzwischen vergriffen und heute nicht mehr im Buchhandel erhältlich. Zwar habe es zwischenzeitlich schon das Bestreben einer erweiterten und aktualisierten Neuauflage gegeben. Nur zur Realisierung sei es leider noch nicht gekommen, so Dr. Haacker. Der Grund ist ebenso simpel wie folgenschwer. Es habe sich einfach noch kein Sponsor gefunden, der den Druck bezahlt.

Wie die Premieren-Ausgabe seien auch die deutlich stärkeren Bände zwei (Bismark, Kläden und Umland) und drei (Seehausen und Umland) mit einer Auflage von jeweils 1000 Exemplaren erschienen. „Darauf hatten wir uns gleich zu Beginn im Kulturförderverein geeinigt und wollen dies auch bei allen weiteren Bänden so halten“, sagte der Projektbeauftragte zur AZ.

Als über den vierten Band nachgedacht wurde, habe man zwischen der Einheitsgemeinde Osterburg und dem Elbe-Havel-Land entscheiden müssen. In den Hochwasser-Wochen habe das Elbe-Havel-Land den Vorzug erhalten – als Wertschätzung an die von den Fluten geschädigten Menschen und eine Würdigung ihrer Leistungen. Im Ergebnis seien bewegende Geschichten entstanden – zum Teil recht tragische. Aber letztlich auch immer Geschichten des Mutes der Menschen. Zum lesenswerten Ergebnis des vierten Bandes hätten knapp 60 Autoren mit ihren insgesamt rund 80 teils sehr persönlichen Erlebnissen beigetragen.

Das ist nun auch das aktuelle Ansinnen: Möglichst viele Menschen zu finden, die mit ihren Erlebnissen und Erinnerungen „Das Wissen der Region“ bereichern. Natürlich seien insbesondere die älteren Menschen aufgrund ihrer Lebenserfahrung angesprochen. Aber nicht nur, weshalb die Zuhörer des Seniorennachmittags den Aufruf zur Mitwirkung auch an ihre Kinder und Enkel weitergeben sollen. Denn es käme auf eine breite Vielfalt und die richtige Mischung an, damit sich vom späteren gedruckten Ergebnis auch möglichst viele Leser angesprochen fühlen. Anspruch sei es übrigens, dass jede Ortschaft der Biesestadt mit mindestens einem Beitrag im Buch vertreten ist. Denn: „Niemand soll vergessen werden“, so Dr. Haacker. In diesem Zusammenhang sprach er vom nicht selten wahrgenommenen Sog der Verbands- und Einheitsgemeinden, dass sich zu viel Aufmerksamkeit auf die Mitte konzentriere und die an den Rändern wohnenden Menschen umso mehr vergessen fühlten. Als möglicher Erscheinungstermin für den fünften Band wurde der Sommer 2019 genannt. Der Projektbeauftragte bezeichnet dieses Ziel als recht ehrgeizig.

Von Frank Schumann

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