Parteien halten sich wegen möglichem Bürgermeisterkandidaten bedeckt

„Von uns wird niemand kandidieren“

Nico Schulz kandidiert für die Freien Wähler bei der kommenden Landtagswahl.
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Nico Schulz geht auf Listenplatz zwei hinter Spitzenkandidatin Andrea Menke für die Freien Wähler in das Rennen um ein Landtagsmandat. Bei einem Einzug ins Parlament braucht Osterburg einen neuen Bürgermeister.
  • Tobias Henke
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Nur noch zwei Monate sind es, bis die Landtagswahl stattfindet. Am 6. Juni entscheidet sich, ob Osterburg einen neuen Bürgermeister braucht. Sollten die Freien Wähler in den Landtag einziehen, würde Bürgermeister Nico Schulz sein derzeitiges Amt gegen einen Sitz im Magdeburger Abgeordnetenhaus eintauschen. Mögliche Kandidaten für die Wahl sind derzeit noch nicht in Sicht. Eine Partei hat bereits abgewunken. Die Linke schließt aus, dass ein Bürgermeisterkandidat aus ihren Reihen kommen könnte.

„Von uns wird niemand kandidieren“, sagt Fraktionsvorsitzender Jürgen Emanuel gegenüber der AZ. Nicht zuletzt aus Altersgründen komme aus dem Osterburger Ortsverein der Partei niemand in Frage. „Wir wünschen uns nach wie vor einen parteiübergreifenden Kandidaten“, so Emanuel, der Ähnliches bereits vor rund zwei Monaten bei einer AZ-Anfrage zur möglichen Schulz-Nachfolge geäußert hat. Emanuel hofft, dass der künftige Bürgermeister von möglichst vielen Parteien unterstützt wird.

In der CDU-Fraktion wollen sich die Mitglieder, die alle kein Parteibuch der Christdemokraten haben, am 21. April zusammensetzen und unter anderem auch über die Frage beraten, ob sich aus ihren Reihen sich jemand zur Wahl stellt, falls Schulz in den Landtag einziehen sollte. Dass man sich nicht schon früher trifft, hat unmittelbar mit Corona zu tun. „Ich befinde mich derzeit in Quarantäne“, erfährt die AZ von Michael Handtke, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Osterburger Stadtrat. Über die Kandidatenfrage sei bislang noch nicht diskutiert worden.

Beschäftigt hat man sich mit der möglichen Nachfolge von Nico Schulz auch schon beim Osterburger Ortsverband der Christdemokraten. „Wir könnten uns sowohl vorstellen, dass wir einen Kandidaten aus unseren eigenen Reihen unterstützen als auch, dass wir uns darauf einigen, einen überparteilichen Kandidaten zu unterstützen“, sagt Dennis Kathke, Vorsitzender der Osterburger CDU. Um konkrete Namen und geeignete Kandidaten in den eigenen Reihen, habe man sich aber noch keine Gedanken gemacht. David Elsholz (Fraktion Grüne/FDP)) möchte erst die Landtagswahl abwarten, bevor er und seine Partei sich Gedanken um das Thema macht. Thorsten Schulz (Fraktion WG Land) wartet auch erst einmal ab. „Wir hoffen, dass Nico Schulz Bürgermeister bleibt. Bei der AfD-Fraktion war bis gestern Nachmittag niemand zu erreichen.

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