Dr. Kessel sieht Systemmängel und Spitzen-Linke als seine Nachfolgerin

Nichts mit dem Altenteil: Senioren wollen Macht

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Dr. Manfred Kessel (79) hat den Großteil seines Berufslebens in der Wischestadt verbracht. Auch als Rentner muss der gebürtige Suhler von seinem Haus nur wenige Meter gehen – und schon hat er wie auf diesem Bild das Krankenhaus im Rücken.

Seehausen. „Es gibt immer mehr von uns, aber noch haben wir nicht ausreichend Macht“, meint Dr. Manfred Kessel.

Der Vorsitzende der Kreisseniorenvertretung Stendal wünscht sich für die Gruppe der älteren Menschen, die nun einmal ganz eigene Interessen hätte, einen größeren politischen Einfluss und spürbar mehr Geld. Der Seehäuser verweist auch auf die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), die den Kommunen mehr Handlungsspielräume in der Seniorenpolitik gegeben sehen will. „Momentan läuft bei uns im Landkreis und anderswo fast alles auf ehrenamtlicher Basis. Dieses Engagement ist lobenswert, reicht aber zukünftig nicht aus. Selbst die Volkssolidarität kommt ohne ihre vielen fleißigen Helfer nicht aus. Die Strukturen und die Finanzierung für die Altenhilfe müssen sich weiterentwickeln. “ Bei diesem Prozess sollten die Gemeinden federführend sein. Ob die geänderte Kommunalverfassung Sachsen-Anhalts dafür den Weg freimacht, daran hat der 79-Jährige so seine Zweifel. Schon jetzt seien mehr als 20 Prozent der Ostaltmärker 65 Jahre und älter. Im Jahre 2015 könnte es jeder Vierte sein.

Senioren-Organisationen wie die für den Landkreis Stendal seien aber auch schon jetzt kein zahnloser Tiger. „Wir melden uns zu Wort, mischen uns ein, haben bei öffentlichen Projekten ein gewisses Mitspracherecht“, erklärt der frühere Kinderarzt, der die Kreisseniorenvertretung seit fast 15 Jahren anführt. Aus jeder Einheits- und Verbandsgemeinde sollten mindestens vier Vertreter im Gremium sitzen. Das gelingt nicht immer, aber immer häufiger. Der Vorstand des eingetragenen Vereins, mitunter auch Kreisseniorenrat genannt, wird im kommenden Jahr neu gewählt.

Von Marco Hertzfeld

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