Stadtbrand zerstörte vor 250 Jahren große Teile von Osterburg

Nicht feiern aber würdevoll erinnern

Frank Hoche (v.l.), Heiko Schmeichel, Claudia Kuhn, Jan Kleemeier, Sven Engel und Erhard Schmitz an der Kirche St. Nicolai. Im Bereich des kleinen Marktes befand sich einst das Rathaus. Foto: Ziems

Osterburg. Etwa Zweidrittel der gesamten Häuser wurden zerstört, eine Generation Christen musste ohne die Kirche St. Nicolai auskommen aber glücklicherweise wurde kein Osterburger getötet – der Stadtbrand hat vor 250 Jahren das Leben gravierend verändert.

Um daran zu erinnern, ist am Sonnabend, 17. September, eine abwechslungsreiche Kirchen- und Museumsnacht geplant. Die Organisatoren stellten während eines Pressegespräches am Mittwochabend Einzelheiten vor.

Sie unterstrichen zunächst, dass nicht gefeiert, sondern würdevoll erinnert werden soll. Darum gibt es auch keine Tanz- und Musikveranstaltungen. Nach der Eröffnung um 19 Uhr auf dem Kleinen Markt – dort befand sich vor dem Brand das Rathaus – wird Jan Kleemeier als Osterburger Stadtschreiber über die Entstehung der Katastrophe von 1761 und der Sage vom Hexenmeister erzählen. An diesem Abend geht es aber auch um die große Leistung des Wiederaufbaus, der übrigens ohne bürokratische Hürden vollzogen werden konnte.

Museumsleiter Frank Hoche nannte mit der Führung durch die Altstadt einen weiteren Höhepunkt der Veranstaltung, die zum Thema „Die Osterburger Brandnacht“ gestaltet wird. Dabei lassen sich bis heute städtebauliche Merkmale entdecken. So wurde die Kirchstraße nach preußischen Vorbild äußerst gerade gebaut.

„Wir möchten diesen Tag aber auch nutzen, um die Entwicklung der Feuerwehr deutlich zu machen“, unterstrich Stadtwehrleiter Sven Engel. Konkret: Es wird am Standort des jetzigen Rathauses ab 20 Uhr Vorführungen geben. Und zwar zunächst mit einfachen Eimern. Anschließend rückt die Freiwillige Feuerwehr Ballerstedt mit eine historischen Handdruckspritze an. Außerdem werden die Osterburger Kameraden moderne Technik vorstellen. Zudem werden bis 22 Uhr Führungen durch die Stadtkirche St. Nicolai, deren Vorgängerbau einst ebenfalls lichterloh brannte, angeboten. Pfarrerin Claudia Kuhn machte deutlich, dass von der ursprünglichen Ausstattung kaum etwas erhalten blieb. Eine Ausnahme ist das Taufbecken von 1442. Interessierte können sich auch ds Kreismuseum sowie ausgestellte Feuerwehrtechnik anschauen. Wie Erhard Schmitz von der Interessengemeinschaft Heimatgeschichte erklärte, wird das Rastkeller-Team um Heiko Schmeichel für das leibliche Wohl sorgen.

Matthias Faul möchte ab 22 Uhr für seine Show „Feuer und Licht“ die Fassade von St. Nicolai nutzen. Die inzwischen fünfte Kirchen- und Museumsnacht endet mit einer Andacht im Gotteshaus.

Von Christian Ziems

Das könnte Sie auch interessieren