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„Nicht nur an eigenes Wohl denken“

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Als erste durften die diesjährigen Konfirmanden Moritz Behrend (r.) und Paul Schulz das Kreuz auf ihren Schultern lasten. © Kobelt

Arneburg/Sanne. In der sachsen-anhaltinischen Landeshauptstadt Magdeburg trugen hunderte Gläubige von evangelischer und katholischer Kirche am Sonntag ein Holzkreuz durch die Straßen und erinnerten damit an den Leidensweg Jesu Christi,

welchen er vor mehr als 2000 Jahren nach seinem Todesurteil beschreiten musste. Auch im Pfarrbereich Arneburg besteht seit vielen Jahren diese Tradition der Erinnerung an den Sohn Gottes. Jedes Jahr tragen die Christen ein symbolisches Holzkreuz von Kirche zu Kirche. Am vergangenen Palmsonntag startete der Kreuzweg nach einer Andacht in der St. -Georgs-Kirche von Arneburg in Richtung Sanne. Mit dem Tragen des Kreuzes soll jedoch nicht nur an den historischen Hintergrund gedacht werden, sondern auch die Leiden der Gegenwart ins Gedächtnis gerufen werden.

Wie Pastorin Jeanette Schlase in der Andacht verdeutlichte, sehne sich jeder nach seinem inneren Frieden. Dieser könne jedoch nicht damit erreicht werden, dass man nur an sich denke. „Ich bezweifle sehr, ob es Herrn Wulff wirklich gut geht“, so Pastorin Schlase, die weiß, dass auch die teuersten und schönsten materiellen Werte nicht die seelische Ruhe ersetzen können. Sie habe auch keine Erklärung dafür, warum es auf der Welt Liebe, aber eben auch Leid gibt. „Dafür kann ich keine Gründe nennen.“ Doch seinen eigenen Frieden findet man wohl nur, wenn man sich nicht abschottet und auch an die Probleme seiner Mitmenschen denkt. „Jeder muss dabei sein Kreuz tragen“, doch wie Jeanette Schlase aus ihrer Erfahrung heraus sagen kann, „gibt es selbst gestandene Männer, die alles tun würden, jedoch kein Kreuz durch die Ortschaft schleppen“. Denn damit müssten sie sich dazu bekennen, dass auch sie die Leiden anderer Menschen auf ihre Schultern laden.

Wie jedes Jahr durften auch am Sonntag die diesjährigen Konfirmanden als erste das Kreuz auf sich nehmen. Auch erhielt jeder Teilnehmer wieder einen Nagel, der als Symbol diente, für alles was einem angetan wurde und aber auch was jeder anderen angetan habe.

Von Benjamin Kobelt

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