Meseberger Ortsrat plädiert für Rasen-Urnen-Reihengrabstätten / Grabplatte auf der Wiese

Nicht anonym, aber pflegeleicht

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Noch ist es eine grüne Wiese, eingefasst von einer flachen Buchsbaumhecke, für gänzlich anonyme Bestattungen. Die Resonanz blieb bislang aus. Die Ortsräte von Meseberg wollen daher dort zukünftig Rasen-Urnen-Reihengrabstätten mit Grabplatte sehen.

Meseberg. Geht es nach den Meseberger Ortsräten, dann soll es künftig auf dem Friedhof der Ortschaft sogenannte Rasen-Urnen-Reihengrabstätten geben. Das Gremium sprach sich während der Sitzung am Dienstagabend einstimmig für diese Variante der Bestattung aus.

„Das ist einfach erforderlich“, ist sich Ortsbürgermeisterin Helga Beckmann (SPD) sicher.

Bereits im vergangenen Jahr beschäftigten sich die Ortsräte mit diesem Thema. Im März sprachen sie sich für die Möglichkeit einer Bestattung auf der grünen Wiese aus. Dabei wird eine Urne an beliebiger Stelle in eine Grünfläche auf dem Gottesacker eingelassen. Wenn die Grasnarbe wieder vollends dicht ist, bleibt keine sichtbare Spur zurück. Die Resonanz zeigte allerdings, dass dies dann doch noch nicht den Vorstellungen der Einwohner entsprach. Manch einer war verunsichert und bemängelte doch, dass das Fehlen jeglichen Zeichens zum Auffinden der letzten Ruhestätte nicht dem Wunsch der Hinterbliebenen entspricht, berichtet die Ortsbürgermeisterin der AZ.

Die Rasen-Urnen-Reihengrabstätte könnte somit die Möglichkeiten der grünen Wiese, also der Urnengemeinschaftsgrabanlage, erweitern. Auch diese gestaltet sich als eine einfache Rasenfläche, in der die Urne eingelassen wird. An jener Stelle erinnert dann eine in den Boden eingelassene Grabplatte, auf welcher der Name und das Geburts- sowie das Sterbedatum des Bestatteten vermerkt sind. Allerdings kann bei dieser Beerdigungsform die Grabstelle nicht von den Hinterbliebenen ausgesucht werden. Die Verstorbenen werden nach der Einäscherung der Reihe nach beigesetzt, wie der Name es schon deutlich beschreibt.

In der Biesestadt gibt es bereits eine ähnliche Möglichkeit der Beisetzung. Auch auf dem dortigen Friedhof an der Werbener Straße gibt es die Bestattung in Rasen-Urnen-Reihengräbern. Mit dem Unterschied, dass dort auch kleine Gestecke abgelegt oder Vasen aufgestellt werden können. Dort ist aber ein Mitarbeiter zuständig, der die Flächen auf dem Gelände pflegt. In Meseberg gibt es niemanden, der diese Funktion übernimmt. Daher wird es dort nicht gestattet sein, zusätzlichen Grabschmuck zu nutzen.

Doch noch ist dies alles Zukunftsmusik. Die letzte Entscheidung fällt der Stadtrat der Biesestadt. „Wir möchten diese Form der Beisetzung allerdings so schnell wie möglich machen können“, erklärte Beckmann. Einstimmig sprachen sich die Ortsräte für die Rasen-Urnen-Reihengräberanlage aus. Doch zuvor muss das Gremium auch an die Friedhofsgebührensatzung ran. Ohne eine entsprechend angepasste Satzung wird es auch keine neue Form der Beisetzung in Meseberg geben.

Übrigens ist das Bestehen des Einzelgrabes zeitlich begrenzt. Nach Ablauf der Liegezeit kann diese nicht verlängert werden. Wie viele Jahre diese Liegezeit beträgt, weiß die Ortsbürgermeisterin noch nicht.

Bislang kann in Meseberg zwischen Wahl- und Urnenwahlgrabstätten gewählt werden. Doch die Bevölkerungsentwicklung, vor allem der Wegzug von Familienangehörigen, macht es eben für diese immer schwieriger, sich auch über den Tod hinaus um die Angehörigen zu kümmern. Zu deren Entlastung entscheiden sich immer mehr Menschen für diese pflegeleichte Bestattungsform.

Von Berit Wagner

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